Großraum-Jet A380 boomt
Airbus erwartet zusätzliche Bestellungen

Der Großraum-Airbus A380 findet trotz der Krise in der internationalen Luftfahrtindustrie zunehmendes Interesse bei den großen Fluggesellschaften. "Wir erwarten noch in diesem Jahr zusätzliche Bestellungen, so dass zum Jahresende 120 feste Aufträge für den A380 vorliegen sollten", sagte Charles Champion, der Leiter des A380-Projekts, am Mittwoch in Hamburg. Bislang hat Airbus 103 der Großraum-Jets an zehn Kunden verkauft, davon 17 Frachtversionen.

HB/dpa HAMBURG. Beim Deutschland-Start für die Produktion des A380 sicherte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Airbus volle politische Unterstützung bei seinem Vordringen auf den internationalen Märkten zu. Es gebe ein "überragendes Interesse daran, dass der Erfolg des A380 und von Airbus fortgesetzt und noch verstärkt wird", sagte Schröder bei der Einweihung der ersten Halle für die ab 2006 geplante Produktion des Großraumflugzeugs im Werk Hamburg-Finkenwerder.

Der Kanzler hatte sich dafür stark gemacht, dass Airbus die notwendigen Kredite für das A380-Projekt erhielt. Schröder verwies auf die Bedeutung des A380 sowie des Militärflugzeugs A400M für die europäische Integration. Der A380 setzte "Maßstäbe, die nicht in Amerika oder Asien gemacht werden."

Airbus-Präsident Noel Forgeard betonte Airbus sei "fest gerüstet", um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten als Chance anzunehmen und den Weg als Nummer eins in der Luftfahrtindustrie zu vollenden. Nach den Worten des deutschen Airbus-Chefs Gerhard Puttfarcken ist der Bau und der Kauf eines Flugzeugs mit 555 Sitzen sowohl für den Hersteller als auch für den Kunden eine längerfristige strategische Entscheidung. "Durch die gegenwärtige Krise wird das Wachstumspotenzial etwas verzögert eintreten", erklärte er. Mittelfristig werde der Luftverkehr aber wachsen, weil die globale Wirtschaft auf Flexibilität und Mobilität beruhe. "Auch beim Ferienverkehr ist nicht das Szenario denkbar, dass alle mit dem Fahrrad in den Urlaub fahren", sagte Puttfarcken.

Sorgen bereitet Airbus jedoch der schwache Dollar. "Wenn der Kurs so bleibt, wie er ist, kann uns das erhebliche Probleme machen", sagte Puttfarcken. Airbus reagiere bereits auf diese Entwicklung, indem im laufenden Jahr eine Milliarde Euro Auszahlungen gestreckt werden sollen. Bis zum Jahr 2005 wolle Airbus rund 1,5 Mrd. ? Kosten einsparen, allerdings nicht beim A380. Dieses Projekt werde planmäßig umgesetzt.

Airbus übergab am Mittwoch mit einem Festakt im Werk Finkenwerder die erste Montagehalle für den A380 an die Produktion. Die Fabrikhalle direkt an der Elbe ist 228 Meter lang, 120 Meter breit und 23 Meter hoch. Im August soll hier mit der Produktion des A380 begonnen werden, im März liefert das Hamburger Werk die ersten Rumpfsektionen an die Endfertigung in Toulouse. Der Erstflug des A380 ist im Jahr 2005 geplant.

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