Großraumflugzeug A3XX
Kreise: Airbus beschließt am Dienstag A3XX-Start

Der lang erwartete offizielle Startschuss für das europäische Großraumflugzeug A3XX soll nach einer Sitzung des Aufsichtsrates bekannt geben werden. Hintergrund: Wie ein Plattfisch durch die Atmosphäre gleiten

Reuters TOULOUSE/MÜNCHEN. Der lang erwartete offizielle Startschuss für das europäische Großraumflugzeug A3XX soll nach Angaben aus Luftfahrtkreisen am Dienstag in Toulouse fallen. In den Kreisen hieß es am Montag, Airbus-Chef Noel Forgeard werde die Entscheidung für den A3XX am Sitz des europäischen Flugzeugkonsortiums in Toulouse nach einer Sitzung des Aufsichtsrates bekannt geben. Für Dienstag, 14.30 Uhr (MEZ), hat Airbus zu einer Pressekonferenz eingeladen. Dort solle eine "wichtige Mitteilung" gemacht werden, teilte das Konsortium mit. Nach Angaben aus den Kreisen will sich der italienische Airbus - Partner Finmeccanica mit acht Prozent an den auf 10,7 Mrd. $ veranschlagten Entwicklungskosten für den A3XX beteiligen.

Der Co-Vorstandschef des Airbus-Mehrheitseigentümers EADS , Rainer Hertrich, hatte den Beschluss bereits in der vergangenen Woche als "absolut sicher" bezeichnet und ihn für das laufende Jahr angekündigt. Mit sechs Vorbestellungen durch die britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic Airways für den A3XX hatte Airbus am Freitag die angepeilte Marke von 50 Erstbestellungen für das Großraumflugzeug erreicht. Intern stand der Start für die Entwicklung des A3XX nach der positiven Resonanz zahlreicher Fluggesellschaften längst fest. Vor Virgin hatten bereits Singapore Airlines, die australische Qantas, Air France, Emirates Airlines und die US-Leasingfirma ILFC insgesamt 44 A3XX geordert und damit ihre Absichtserklärungen vom Juni eingelöst.

Mit dem A3XX, der mit bis zu 555 Sitzen und auf Wunsch mit einer Luxus-Ausstattung ausgeliefert werden soll, will Airbus seinen ewigen US-Rivalen Boeing und dessen "Jumbo" 747 überflügeln. Die ersten Exemplare des A3XX sollen Ende 2004 in die Luft gehen. Die Erstkunden erhalten einen Rabatt auf den Listenpreis, der je nach Ausstattung bei 220 bis 250 Mill. $ liegen wird.

Nach Angaben aus Branchenkreisen will sich auch Finmeccanica an den Entwicklungskosten für den A3XX beteiligen. "Anfang des nächsten Jahres, wenn die Arbeitsaufteilung feststeht, wird Finmeccanica einen Teil seiner Option ausüben und sich mit acht Prozent an dem Projekt beteiligen", hieß es in den Kreisen. Bis zu einem Drittel der gesamten Entwicklungskosten will Airbus durch ein so genanntes "Risk Sharing" auf Partner abwälzen. Finmeccanica hatte zuvor eine Risk-Sharing-Option auf bis zu zehn Prozent erworben.

Auch im angestammten Geschäft verzeichnet Airbus weitere Vertriebserfolge. Französische Regierungskreise erwarteten noch für Montag die Unterzeichnung einer Absichtserklärung über den Kauf von etwa 30 Airbus-Flugzeugen für die russische Fluglinie Aeroflot . Forgeard und Aeroflot-Chef Valeri Okulov würden den Vertrag in Gegenwart von Premierminister Lionel Jospin und seines russischen Amtskollegen Michail Kassianow im Außenministerium in Paris unterzeichnen, hieß es.

Airbus ist zu 80 % im Besitz der EADS, die im Juli aus der deutschen DaimlerChrysler Aerospace (Dasa), der spanischen Casa und der französischen Aerospatiale Matra entstanden ist. Die übrigen 20 % an dem Konsortium, das zum 1. Januar 2001 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll, hält die britische BAe Systems.

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