Großraumflugzeuge
Lufthansa bestellt 15 Airbus A 380-800

Die Deutsche Lufthansa wird nach eigenen Angaben 15 Maschinen des geplanten neuen Airbus-Großraumflugzeugs A 380-800 bestellen. Dies habe der Aufsichtsrat am Mittwoch beschlossen, teilte die Lufthansa am Donnerstag mit. Die ersten Maschinen des neuen Riesenfliegers mit 555 Sitzplätzen sollen im dritten Quartal 2007 ausgeliefert werden.

rtr FRANKFURT. Der Wert des Auftrags wurde von Lufthansa und Airbus nicht beziffert. Analysten äußerten sich positiv zur Anschaffung der Maschinen und verwiesen vor allem auf Kostenersparnisse. Zudem teilte Lufthansa mit, eine Anleihe im Volumen von 500 Mill. ? zur Finanzierung kurzfristiger Schulden im Konzern zu begeben. Die Lufthansa-Aktie büßte im Handelsverlauf ein, EADS-Aktien legten in Paris deutlich zu.

Die in der aktuellen Krise im Luftverkehr getroffene Entscheidung zur Bestellung der neuen Maschinen sei eine strategische Investition, hieß es bei der Lufthansa. Damit solle die Position der Fluggesellschaft im internationalen Wettbewerb gestärkt werden. Die Größe der Maschinen habe erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit. "Die Sitzplatzkosten können auf diesen Jets um 15 bis 20 % gesenkt werden", wurde Lufthansa-Chef Jürgen Weber zitiert. Auf Grund der langjährigen Beziehungen zwischen Lufthansa und Airbus seien Vertragsbedingungen möglich gewesen, die der Fluggesellschaft jetzt schon die Kaufentscheidung gestattet hätten.

Airbus: "Lufthansa ist ein guter Kunde"

"Wir sind über diese Entscheidung höchst erfreut", sagte eine Airbus-Sprecherin in Toulouse. "Sie bestätigt einmal mehr, dass die Airbus A380 das richtige Produkt ist und zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt kommt." Zum Preis für die 15 Maschinen wollte auch Airbus nicht konkret Stellung nehmen. "Die Lufthansa ist ein sehr guter Kunde von Airbus", sagte die Sprecherin nur. Der Vertrag sei noch nicht unterschrieben. EADS-Chef Rainer Hertrich hatte der Lufthansa allerdings bereits früher vergünstigte Konditionen in Aussicht gestellt. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hält mit rund 80 % die Mehrheit an Airbus. Der Katalogpreis für einen Airbus A380-800 liegt bei 250 Mill. Dollar.

Mit der festen Zusage der Lufthansa liegen Airbus eigenen Angaben zufolge nun 97 feste Aufträge und Absichtserklärungen für die A380 vor. Die ersten Maschinen sollen 2006 bei Singapore Airlines und Emirates[EMAIR.UL] in Betrieb genommen werden.

>p>Analysten sehen mit den neuen Maschinen vor allem Kostenersparnisse für die Lufthansa. "Die Großraummaschinen werden voraussichtlich zwischen den Metropolen eingesetzt werden", sagte Stefan Kick, Analyst bei der BHF-Bank in Frankfurt. Damit könne Lufthansa dann die Kosten pro Sitzplatz geringer halten als bei Flügen mit kleineren Maschinen.

Wandelanleihe wird begeben

Ferner teilte Lufthansa mit, eine Wandelanleihe über 500 Mill. ? zur Finanzierung ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten zu begeben. Die Wandelschuldverschreibung habe eine Laufzeit von zehn Jahren, für die Altaktionäre der Gesellschaft sei das Bezugsrecht ausgeschlossen.

Mit den Einnahmen aus der Anleihe wolle Lufthansa die Übernahme von Anteilen am Catering-Service Sky-Chefs finanzieren, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Die Pläne für eine weitere Unternehmensanleihe im Volumen von ebenfalls 500 Mill. ?, die Lufthansa nach den Anschlägen bis auf weiteres auf Eis gelegt hatte, seien von der Begebung der Wandelanleihe nicht betroffen. "An diesem Vorhaben halten wir weiter fest", sagte die Sprecherin.

Die Lufthansa-Aktie büßte gegen den Trend rund zwei Prozent auf 15,86 ? ein. EADS-Aktien zogen in einem freundlichen Gesamtmarkt in Paris um 7,04 % auf 14,75 ? an.

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