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Großreinemachen in New York

Casual Friday, heißt es in den USA. Einen Tag in der Woche dürfen auch Banker in Jeans zur Arbeit kommen. Die Wochenendstimmung schlägt sich zumindest heute auch auf dem Parkett nieder. Mit leichten Kursgewinnen ziehen die großen Indizes in den Mittagsstunden in Richtung Wochenende.

Technologieaktien gehören zu den treibenden Kräften. Heute läuft der letzte Handelsstag des zweiten Quartals. "Window dressing" ist angesagt. Fondsmanager polieren zum Quartalsabschluss ihre Portfolios auf. Loser werden rausgeschmissen und Winner nachgekauft. Aktien wie Intel und Cisco haben sich auf Quartalssicht positiv entwickelt und profitieren vom Großreinemachen in New York.

Auf Konjunkturebene gab es weitestgehend Unterstützung für die Märkte. Angaben über das Verbrauchervertrauen, die von der Universität Michigan erhoben werden, sind besser ausgefallen als erwartet worden ist. Auch der Chicagoer Einkaufsmanagerindex lag im Juni über den Schätzungen. Einen leichten Rückgang hat das Bruttoinlandsprodukt verzeichnet. Neuesten Prognosen zufolge wird die US-Wirtschaft dieses Jahr um lediglich 1,8 Prozent wachsen - die schwächste Phase seit zehn Jahren. Trotz des trüben Konjunkturausblicks ist der Optimismus unter Börsenhändlern ungebrochen. Laut einer Umfrage gehen 100 Prozent der Befragten davon aus, dass der Dow Jones Index zum Jahresende über dem heutigen Stand notieren wird.

Zu den Topthemen des Tages gehört einmal wieder der Übernahmepoker um Honeywell. Der Mischkonzern hat angeboten, den Verkaufspreis um rund zwei Milliarden Dollar zu reduzieren. Damit soll die Übernahme durch General Electric doch noch ermöglicht werden. Ob die Europäische Union, die den Deal bisher noch blockiert, oder General Electric auf das versüßte Angebot positiv reagieren, wird sich spätestens am 12. Juli zeigen. Bis zu diesem Stichtag muss die Europäische Wettbewerbsbehörde entscheiden, ob die Fusion der beiden Mischkonzerne genehmigt wird. An der Wall Street wird das Einlenken von Honeywell als Verzweiflungstag abgestempelt. Honeywell Papiere geraten über vier Prozent ins Straucheln. GE tendiert dagegen rund vier Prozent im Plus.

Nicht zur Kenntnis genommen wird eine Reihe von Gewinnwarnungen. Das Chipunternehmen PMC Sierra hatte die Aussichten für das auslaufende, zweite Quartal gesenkt. Dennoch tendiert die Aktie im Plus. Auch in der Old Economy ist die Welt nicht in Ordnung. Der Chemiekonzern Dow Chemical wird die Zielvorgaben im laufenden Quartal ebenfalls nicht erfüllen. Das Unternehmen rechnet mit einem Gewinn von 28 bis 35 Cents je Aktie. Zuvor war das Management noch von einem Ergebnis zwischen 35 und 45 Cents ausgegangen. Dow Chemical tendiert lediglich leicht schwächer.

Die nächste Woche dürften Investoren in den USA ruhig angehen lassen. Am Montag wird noch regulär gehandelt. Am Dienstag werden die Börsenpforten bereits um 19:00 Uhr MESZ geschlossen. Mittwoch wird auch an der Wall Street der Independence Day gefeiert, so dass der Handel erst am Donnerstag wieder aufgenommen wird.

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