Großveranstaltung in Dortmund
Schröder: Wir sind noch nicht am Ziel

Der Kanzler zeigte sich zum Abschluss des Wahlkampfes demonstrativ zuversichtlich. Noch einmal bat er um eine zweite Halbzeit für Rot-Grün.

dpa DORTMUND. Mit demonstrativer Siegeszuversicht hat die SPD am Freitagabend ihren Bundestagswahlkampf offiziell beendet. Bundeskanzler Gerhard Schröder bat die Wähler vor 16 000 SPD - Anhängern um Zustimmung für eine weitere Amtszeit: "Vier Jahre Rot- Grün haben unser Land nach vorne gebracht. Aber wir sind noch nicht am Ziel." Der Reformkurs der Bundesregierung dürfe nicht abgebrochen werden. Auf die Vorwürfe gegen Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, (SPD) sie habe die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush mit Methoden der Nazis verglichen, ging Schröder nicht ein.

Schröder nannte die Opposition erneut "regierungswillig, aber nicht regierungsfähig". Der Kanzler verteidigte seine Kritik an der Irak-Politik der USA. "Genauso wie wir unsere Bündnis- und Freundschaftspflichten erfüllen, sagen wir, was wir nicht wollen." Schröder warnte erneut vor einem Militärschlag gegen Irak. Der Nahe Osten brauche "viel neuen Frieden aber keinen neuen Krieg". Er wolle eine Politik fortsetzen, bei der über die Interessen Deutschlands in Berlin entschieden werde, "und nirgendwo sonst".

Auch Literaturnobelpreisträger Günter Grass warb für die Fortsetzung der rot-grünen Koalition. Er ermahnte SPD und Grüne aber auch, in ihren Reformbemühungen nicht nachzulassen. "Falls ihr nachlässig werden solltet, wünsche ich euch aus der Bevölkerung heraus eine tatkräftige außerparlamentarische Opposition, damit ihr Beine bekommt", sagte Grass.

Der schwedische Ministerpräsident Göran Persson warnte die SPD, sich angesichts der positiven Umfrageergebnisse zu früh zu freuen. "Die Wahl ist erst entschieden, wenn die Wahllokale schließen", sagte er. Persson lobte Schröders Einsatz für Europa. "Wir brauchen sein Verantwortungsgefühl und seine Erfahrung in Deutschland und Europa."

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