Großwetterlage in der Weltwirtschaft zieht sich zu: Wenn der Dow auf 3 000 Punkte fällt, Gold auf 3 000 Dollar steigt

Großwetterlage in der Weltwirtschaft zieht sich zu
Wenn der Dow auf 3 000 Punkte fällt, Gold auf 3 000 Dollar steigt

Querdenker sprechen von einem Paradigmenwechsel: Die Ära der Aktie ist zu Ende - die Zukunft gehört den Rohstoffen.

FRANKFURT/M. Das ist starker Tobak: Gold steigt in den nächsten Jahren auf 3 000 Dollar, der Dow Jones kollabiert und macht erst bei 3 000 Punkten halt. Und das sind noch nicht einmal die Extremmeinungen. Querdenker prognostizieren einen Paradigmenwechsel, auch wenn sie von Vertretern der traditionellen Analystenzunft nur Gelächter ernten. Ihre Sicht der Dinge: Die Ära der Aktie ist nach fast zwei Dekaden exzessiver Hausse in den achtziger und neunziger Jahren vorbei, den Edelmetallen und anderen Rohstoffen schlägt nach fast zwanzigjähriger Baisse die Stunde. Am Dienstag machte übrigens der Goldpreis einen weiteren kleinen Schritt voran und legte beim Siebenjahreshoch von 377 Dollar Rast ein; der Dow sackte unter die 8 000er-Marke.

Die Extremprognosen möchte niemand ernst nehmen. Aber schon die eigene Erfahrung bestätigt, dass das Undenkbare manchmal nur scheinbar unrealistisch ist. Noch vor drei Jahren schwärmten Analysten und Anleger vom Neuen Markt. Tatsächlich mutierte der vermeintliche Reichmacher zu einer gewaltigen Vermögensvernichtungsmaschine und wird bald beerdigt.

Die Gold- und Rohstoffoptimisten haben viele Argumente auf ihrer Seite. Aktien sind auch nach drei Jahren Talfahrt nicht billig. Um typische Bewertungen am Tiefpunkt einer Baisse zu erreichen, müssten sich die Kurse noch einmal halbieren oder dritteln. Gleichzeitig spitzt sich die Großwetterlage in der Weltwirtschaft weiter zu - von unkalkulierbaren politischen Risiken ganz abgesehen. Die Überschuldung, vor allem in Amerika, gefährdet das globale Finanzsystem. Für den viel zu teuren Dollar gilt das gleiche, wenn er erst einmal richtig ins Rutschen kommt. In dieser Lage suchen die Anleger verzweifelt nach Alternativen. Derzeit stürzen sie sich vor allem auf Immobilien und Anleihen - potenzielle Kandidaten für die nächsten Spekulationsblasen.

Die Extremprognosen kommen aus Expertenmund. Den "Treffpunkt" von Gold und Dow Jones bei 3 000 beispielsweise sagt Richard Russell voraus, ein in Amerika angesehener, aber hier zu Lande unbekannter technischer Analyst mit großer Erfahrung. Andere Fachleute sind zurückhaltender, geben Gold-Zielmarken zwischen 400 und 600 Dollar für dieses Jahr aus.

Bereits seit Juni vergangenen Jahres signalisieren steigende Rohstoffpreise die Wende an den Finanzmärkten. Das Potenzial ist enorm, denn kaum jemand besitzt Rohstoffe und Edelmetalle in physischer Form oder entsprechende Aktien. Außerdem sind diese Märkte extrem klein, auch die korrespondierenden Aktien. Alle Goldminentitel rund um den Globus kommen lediglich auf einen Börsenwert von rund 90 Milliarden Dollar, die Silbertitel auf nur zwei Milliarden. Würden die Anleger hier nur ein Prozent ihres Vermögens investieren, müssten die Metallpreise und Aktienkurse kräftig nach oben schnellen.

Clevere Anleger haben sich schon vor einigen Jahren auf die Wende eingestellt, interessanterweise vor allem mit Silberkäufen. Super-Investor Warren Buffett erwarb einen großen physischen Bestand. George Soros beteiligte sich an der Silbermine Apex. Bill Gates, als Microsoft-Gründer ein klassischer New-Economy-Mann, ist Teilhaber bei Pan American Silver.

Weniger im Blickpunkt steht ein anderer Rohstoffsektor: die Weichwaren. Es geht beispielsweise um Kakao, Kaffee, Baumwolle, Weizen und Sojaöl. Diese Produkte werden nur an Terminbörsen gehandelt, sind für Anleger daher schwer zu erwerben. Bei Edel- und Industriemetallen kann der Investor leicht auf Aktien oder spezialisierte Fonds zurückgreifen. Bei den Weichwaren wird er dagegen nur schwer fündig. Aber auch hier sind die Querdenker bereits unterwegs. Der "Run" auf börsennotierte Plantagen- und Farmbetreiber in Asien und Lateinamerika ist schon im Gange.

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