Großzügige Nachlässe sollen Absatz ankurbeln
GM lockt mit neuer Null-Finanzierung

General Motors, größter Automobilkonzern der Welt, reagiert auf die neuerliche Absatzkrise auf dem US-Markt mit einem bewährten Rezept: Wie schon nach den Terroranschlägen in New York und Washington sollen amerikanische Kunden mit massiven Nachlässen zum Kauf eines Autos überredet werden.

kk NEW YORK. General Motors Corp. (GM) lässt sich nicht entmutigen: Mit ganzseitigen Anzeigen und Fernsehspots hat der Autokonzern mit Sitz in Detroit am Dienstag seine neue Werbekampagne für Nullfinanzierung über fünf Jahre eingeläutet. Kunden können fast alle GM-Fahrzeuge auf Raten bezahlen, ohne dass auch nur ein Cent an Zinsen fällig wird. GM will damit die Lagerhäuser leeren und die enttäuschenden Umsätze der vergangenen Monate aufbessern. Der Marktanteil von General Motors auf dem US-Markt ist in den ersten zwei Monaten dieses Jahres von 29,2 % im Vorjahr auf 27 % gefallen.

Das neue Angebot unter dem Slogan "Zero to Sixty" - also 0 % für 60 Monate - ist bis zum Ende des Monats gültig. Es ist noch großzügiger als das Angebot, das GM nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf den Markt gebracht hatte. GM war damals der erste Autokonzern, der seinen Kunden die so genannte Null-Prozent-Finanzierung anbot.

Mit der Kampagne hatte das Unternehmen einen aggressiven Preiskampf angezettelt. Ford und die amerikanische Tochter von Daimler-Chrysler waren schnell nachgezogen. Auch diesmal wird erwartet, dass die Konkurrenz schon in den kommenden Tagen mit ähnlichen Angeboten reagieren wird.

US-Autoverkäufe laufen nach Rekordjahr schleppend

Nullfinanzierung und andere Angebote wie 3000-$-Rabatte bescherten der Branche 2002 ein Rekordjahr beim Umsatz. Allerdings drückte die aggressive Preispolitik bei den Amerikanern auch deutlich auf die Gewinne. Vor allem GM-Vertreter hatten jede Kritik daran abgewiesen und betont, dass die Kunden dafür auch vom Grundwert teurere Modelle kauften.

Seit Beginn des Jahres hat sich das Bild für die Industrie dann doch getrübt. Die Autoverkäufe laufen nur schleppend. Weltweite Unsicherheit und hohe Arbeitslosigkeit drückten in den vergangenen Monaten das Vertrauen der privaten Käufer. Der Index für das Verbrauchervertrauen erreichte kurz vor dem Beginn des Irak-Kriegs den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt.

Zudem schätzen Beobachter, dass sich die meisten Autofahrer, die sich für einen neuen Wagen interessieren könnten, mittlerweile eingedeckt haben. "Wir sind nicht verrückt nach Sonderangeboten. Aber wir mögen das deutlich lieber, als Fabriken zu schließen und keine Autos zu verkaufen", hatte GM-Chef Rick Wagoner vergangene Woche die aggressiven Preisaktionen seines Unternehmens begründet.

Der für den Nordamerika-Verkauf zuständige Manager John Smith bemerkte, dass das Vertrauen der Verbraucher zwar sehr niedrig sei. Aber Mitte März habe es Anzeichen gegeben, dass sich das Vertrauen verbessere. Zudem scheinen sich die Amerikaner im Hinblick auf die Auswirkungen des Irak-Kriegs mittlerweile weniger Sorgen zu machen, sagte er. Das habe GM zum Anlass genommen, mit dem neuen Angebot herauszukommen. "Wir sehen, dass die Einstellung der Verbraucher bereit ist, ein starkes Angebot anzunehmen", betonte Smith.

Die Marktforschungs-Agentur CNW Marketing Research schätzt, dass das neue Angebot GM über fünf Jahre durchschnittlich 4 200 $ je Fahrzeug kostet. CNW-Analyst Art Spinella sagte jedoch auch, Umfragen hätten gezeigt, dass Kunden solche Angebote begrüßten.

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