Gründer des angesehensten deutschen Marketing-Lehrstuhls
Marketing-Papst Meffert hört im Juli auf

Wenn einer im erzkatholischen Münster den Spitznamen Papst bekommt, muss er wahrlich viel geleistet haben. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert wird von Studenten und Geschäftspartnern, Freunden und Feinden schon seit langen Jahren tituliert als "Marketing-Papst". Morgen, am 11. Mai, wird Meffert 65 Jahre alt - und nähert sich damit seiner Emeritierung.

thk MÜNSTER. Für den 12. Juli ist seine Abschiedsvorlesung terminiert, erwartet wird reichlich Prominenz, auch aus Reihen der Marketing Alumni, einer der größten Ehemaligen-Organisationen deutscher Lehrstühle.

Ein Nachfolger ist schon auserkoren: Wunschkandidat ist der Mannheimer Professor Christian Homburg, der kürzlich einen Ruf der Uni Münster erhielt. Nimmt er an, wird er Mefferts Nachfolger. Homburg arbeitete bereits für den Frankenthaler Pumpenhersteller KSB und lehrte vor seinem Wechsel nach Mannheim an der privaten Otto-Beisheim-Hochschule in Koblenz.

Er wird in große Fußstapfen treten, sollte er sich für Münster entscheiden: Kaum jemand hat das Marketing in Deutschland so geprägt wie Heribert Meffert. Bereits mit 31 Jahren gründete der Sohn eines Weinbauinspektors aus Oberlahnstein 1968 an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster den ersten Marketing-Lehrstuhl in Deutschland. Daraus ist das Marketing Centrum Münster mit insgesamt drei Professoren geworden - die unangefochtene Nummer eins unter den deutschen Marketing-Lehrstühlen.

Das Institut wird auch nach dem Sommer seinen Vorzeigemann wohl nicht verlieren. Neben seinen Aufsichtsratsmandaten in mehreren Unternehmen, darunter der Konsumgüterkonzern Henkel, der Lackhersteller BASF Coatings und der Schließsystemspezialist Kiekert, wird Meffert auch weiterhin an der Universität zu finden sein - immerhin gilt er als wohl einflussreichster Professor in Münster. Schon kündigte er an, "eine Emeritierung heißt Entpflichtung, aber nicht Entrechtung". So leicht lässt ein Papst sein Reich eben nicht aus den Augen.

Quelle: Handelsblatt

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