Gründse seien die weltweit hohe Volatilität und der derzeitigen Mangel an Begeisterung für Telekom-Emissionen an
Auch in Australien werden immer mehr Börsengänge abgesagt

olm SYDNEY. Die Welle der Absagen von Börsengängen trifft auch die Börsen in der Region Asien/Pazifik: Die Berg- und Talfahrt von Telekom-Aktien hat Vodafone Pacific Ltd. dazu bewogen, vom Börsenzug abzuspringen. Auf Anraten der Emissionsbank Goldman Sachs Australia hat die 91%-Tochter der britischen Vodafone Airtouch Plc. ihren Gang an Sydneys Börse vorerst abgeblasen. Als Grund gab das Unternehmen die weltweit hohe Volatilität und den derzeitigen Mangel an Begeisterung für Telekom-Emissionen an. Mit Vodafone Pacific fällt die größte australische Neuemission des Jahres ins Wasser. Der plötzliche Rückzug des Unternehmens rüttelt am Vertrauen der Anleger und gefährdet weitere Börsengänge. Fondsmanager gehen nun davon aus, dass 90% der 39 Neuemissionen, die in den kommenden zwei Monaten anstehen, abgeblasen, verschoben oder zumindest mit einem neuen Preisschild ausgezeichnet werden. Der australische Vodafone-Ableger wollte ursprünglich 17,5 % seiner Anteile an die Börse bringen und damit bis zu 4 Mrd. australische Dollar (A-$) (entspricht 5 Mrd. DM) einsammeln. Fondsmanager und Analysten haben bereits in den vergangenen Tagen damit gerechnet, dass Vodafone angesichts der rauen Marktbedingungen sein Angebot auf 1,7 Mrd A-$ herunter schraubt. Mit dem Geld aus dem Börsengang wollte das Unternehmen seiner britischen Mutter 49 % von Vodafone Fijdi abkaufen und deren neuseeländischen Töchter Vodafone New Zealand und Vodafone Mobile NZ übernehmen. Vodafone Pacific ist der drittgrößte Mobilfunkanbieter in Australien. Den Markt dominieren jedoch die beiden Schwergewichte Telstra Corp. und Cable & Wireless Optus Ltd. Diese profitierten gestern vom Rückzug ihres Wettbewerbers von der Börse: Händlern zufolge floss ein Teil der Gelder, die für den Kauf von Vodafone-Aktien vorgesehen waren, nun in andere Telekom-Titel. C&W Optus stiegen um 3,5% auf 4,42 A-$. Die Aktie des Marktführers Telstra legte um 24 Cents auf 6,79 A-$ zu. Wie überall auf der Welt, so haben auch in Australien Telekommunikations-Werte in den vergangenen Wochen an Glanz verloren. Bereits am Mittwoch hatte deswegen Comvergent Telecommunications, eine Tochter des Nasdaq-Unternehmens RSL Communications, seinen Börsengang in Sydney abgesagt. Auch Internet-Unternehmen lehren die Märkte derzeit das Zittern: Kurz nach Vodafones gestriger Ankündigung stoppte Imperial One International, ein Minenkonzern, der sich gerade als Internet-Unternehmen neu erfindet, den Börsengang seines Portals Catcha.com. Als Grund gab Imperial One die hohe Volatilität an. In den vergangenen 30 Tagen war diese beim All Ordinaries-Index auf 24,6% geklettert. (Vorjahresschnitt: 15,5 %).

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