Gründung neuer Medienagentur geplant
Eichborn kooperiert bald mit "Stern"

Die Frankfurter Eichborn AG wird mit der Zeitschrift "Stern" kooperieren. Das kündigte Eichborn-Chef Matthias Kierzek am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse an. Geplant sei, dass der "Stern" für sein Online-Angebot Inhalte zum Thema Berufsberatung erhalte und dafür einen Link zur Eichborn-Internetseite schalte.

dpa FRANKFURT. Die Eichborn AG wird mit der Zeitschrift "Stern" kooperieren. Das kündigte Eichborn-Chef Matthias Kierzek am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auf der Frankfurter Buchmesse an. Geplant sei, dass der "Stern" für sein Online-Angebot von Eichborn Inhalte zum Thema Berufsberatung erhalte und dafür einen Link zur Eichborn- Internetseite schalte. Eichborn ist nach eigenen Angaben Marktführer auf dem Sektor Berufsberatung und hat kürzlich ein Beratungsbüro in Frankfurt eröffnet. Drei weitere sollen folgen.

Außerdem kündigte Kierzek an, dass Eichborn zum 1. Januar 2001 mit einer Medienagentur eine gemeinsame Gesellschaft für Filmproduktionen gründen werde. Die Agentur, deren Namen Kierzek noch nicht nennen wollte, sei Marktführerin bei der Vermittlung von Schauspielern, Drehbuchautoren und Regisseuren. Eichborn werde seine Stoffe einbringen, die dann "filmspezifisch aufbereitet" und an Filmproduzenten vermittelt werden sollen. Konkrete Projektpläne für Kino und Fernsehen gebe es bereits. Er könne sich vorstellen, auch mit anderen Autoren und Filmproduzenten zusammenzuarbeiten. Einige große Verlage hätten bereits Interesse an einer Beteiligung gezeigt.

Film- und Buchgeschäft stärker verzahnen



"Wir wollen stärker an den Gewinnen der Filme beteiligt sein. Bisher haben wir unsere Rechte an Produzenten verkauft und nur wenig davon profitiert. Das soll sich ändern", begründete Kierzek den Schritt. Die Filmindustrie habe bisher getrennt vom Buchmarkt agiert. Beide Bereiche können nach Kierzeks Vorstellungen "stärker verzahnt" werden. Neben der Filmgesellschaft plane Eichborn den Aufkauf eines ebenfalls noch nicht benannten kleineren Buchverlags, der wie Eichborn auf dem Gebiet Literatur und Sachbuch arbeite.

Aktivitäten wie die jetzt angekündigten Projekte hatte Kierzek beim Eichborn-Börsengang im Mai in Aussicht gestellt. Damals hatte Eichborn für Aufsehen gesorgt, weil er sich als erster mittelständischer Verlag Expansionskapital an der Börse besorgt hatte. Der Aktienkurs war seitdem allerdings um mehr als die Hälfte gefallen. Kierzek begründete dies mit der derzeit schlechten allgemeinen Lage für börsennotierte Medienunternehmen.

"Kleines Arschloch" stark dem Zeitgeist unterworfen



Das Buchgeschäft sei entgegen anders lautenden Behauptungen nicht grundsätzlich ungeeignet für die Börse, meinte Kierzek. Zwar seien insbesondere die Humorbücher - Eichborn hat zum Beispiel "Das kleine Arschloch" im Programm - stark dem Zeitgeist unterworfen. Auch könne man "die Autoren nicht einsperren und warten, bis sie ein Manuskript abliefern". Die Erfahrung der vergangenen 20 Jahre habe jedoch gezeigt, dass es durchaus eine gewissen Verlässlichkeit gebe und das Verlagsgeschäft nicht unkalkulierbar sei.

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