Grüne erwarten Schub für den Bundestagswahlkampf
Salomon will "mit ganzer Kraft für Freiburg" arbeiten

Dieter Salomon will "mit ganzer Kraft für Freiburg" arbeiten. Der am Sonntag mit 64,4 % der Stimmen zum ersten grünen Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt gewählte Salomon kündigte nach einem Treffen mit der Grünen-Spitze in Berlin am Montag an, sein Landtagsmandat in Baden-Württemberg und den Fraktionsvorsitz niederzulegen, um sich ganz auf das neue Amt zu konzentrieren. Seinen außergewöhnlich deutlichen Wahlsieg führte er auf örtliche Besonderheiten zurück. "Freiburg ist anders", sagte er.

WiWo/ap BERLIN. Parteichefin Claudia Roth und Spitzenkandidat Joschka Fischer gratulierten Salomon mit Blumen zu dem Sieg, der sich bereits nach dem ersten Wahlgang abgezeichnet hatte. Das "sensationelle Ergebnis" werden den Grünen "einen Schub geben für die nächsten Wochen und Monate", sagte Roth. Außenminister Fischer zeigte sich im Hinblick auf die Bundestagswahl am 22. September optimistisch: "Das Tal der Tränen liegt hinter uns."

Für den grünen Spitzenkandidaten in Freiburg hatten in der Stichwahl auch die sozialdemokratischen Wähler gestimmt, nachdem der in der ersten Runde ausgeschiedene SPD-Kandidat Bernhard Zepter eine Empfehlung für Salomon abgegeben hatte. Die SPD habe sich fair verhalten, sagte Salomon in Berlin.

Der neue Freiburger Oberbürgermeister nannte sein Amt eine große persönliche Herausforderung. Was die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Frankreich angehe, so wolle er dort fortfahren, wo sein Vorgänger, der SPD-Politiker Rolf Böhme aufgehört habe. Europa liege ihm am Herzen, sagte Salomon. Böhme, der vier Jahrzehnte Freiburg regiert hat, schied aus Altersgründen aus.

Salomon fordert von Grünen mehr Mut zu Personen-Wahlkampf

Ein Signal für die Bundespolitik leitete Salomon aus seinem Wahlsieg nicht direkt ab. Sein Erfolg könne aber bedeuten, dass auch die Grünen Persönlichkeiten in ihren Reihen, die über die Parteipolitik hinaus Erfolge haben, durchaus in den Mittelpunkt stellen sollten, sagte er unter Verweis auf vorausgegangene Querelen um die Kür Fischers zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl.

Es sei gut, dass die "Grünen endlich so vernünftig sind, ihren beliebtesten Politiker zum Spitzenkandidaten zu machen", unterstrich Salomon. Auch Roth räumte ein, dass Salomons Wahlsieg viel mit der Glaubwürdigkeit seiner Person zu tun habe. Zu seinem Wahlerfolg in Freiburg habe beigetragen, dass der Wahlkampf ohnehin von grünen Themen durchdrungen gewesen sei. "Die Freiburger haben deshalb nicht das Plagiat, sondern das Original gewählt."

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