Grüne gehen sehr selbstbewusst in die Gespräche
Rot-grüne Koalitionsgespräche beginnen Mittwoch

Bereits drei Tage nach der Bundestagswahl sollen an diesem Mittwoch die Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen beginnen.

dpa BERLIN. Bei der ersten Runde in der SPD-Zentrale stehen zunächst Termine und Verfahrensfragen auf der Tagesordnung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Koalitionskreisen. Verhandelt wird in kleinem Kreis, abwechselnd in beiden Parteizentralen in Berlin. Der neue Koalitionsvertrag soll bis Mitte Oktober fertig sein.

Am Dienstag traf sich erstmals das Verhandlungsteam der SPD im Kanzleramt. Mit dabei waren der SPD-Vorsitzende und Bundeskanzler Gerhard Schröder, die stellvertretenden Parteichefs Heidemarie Wieczorek-Zeul und Wolfgang Thierse, Finanzminister Hans Eichel sowie SPD-Generalsekretär Franz Müntefering. Dieser sollte noch am Dienstag zum SPD-Fraktionsvorsitzenden gewählt werden.

Die Spitzenmannschaft der Grünen hatte sich schon am Vorabend getroffen. Dazu gehören Außenminister Joschka Fischer, Agrarministerin Renate Künast, Umweltminister Jürgen Trittin sowie die Partei- und Fraktionschefs Fritz Kuhn, Claudia Roth, Kerstin Müller und Rezzo Schlauch.

Die SPD will in den Verhandlungen unter anderem die Wehrpflicht festschreiben. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sagte der "Neuen Ruhr/Rhein Zeitung", er wolle die Grünen "mit allem Pragmatismus darauf hinweisen", dass für die von ihnen geforderte Abschaffung der Wehrpflicht eine Änderung des Grundgesetzes notwendig wäre. Dies wäre jedoch kaum durchzusetzen, da sowohl die SPD als auch die Union an der Wehrpflicht festhalten wollten.

Die Grünen zeigten sich angesichts des guten Wahlergebnisses zuversichtlich. "Wir gehen mit Selbstbewusstsein in die Verhandlungen", sagte der Umweltpolitiker Reinhard Loske dem Fernsehsender n-tv. Konflikte mit dem Koalitionspartner könne es bei der Ökosteuer, beim Abbau umweltschädlicher Subventionen und in der Verkehrspolitik geben. "Wir versuchen jetzt, mehr von unseren Inhalten im Koalitionsvertrag umzusetzen", kündigte er an. Es sei aber noch zu früh, um über Zuschnitt und Anzahl der Ressorts zu reden. Nach Angaben von Bundesinnenminister Otto Schily sollen Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin und Verteidigungs- Staatssekretär Walter Kolbow (alle SPD) ihre Ämter behalten. Die SPD - Vize-Vorsitzende Renate Schmidt sei nicht für einen Ministerposten im Gespräch.

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