Grüne machen sich immer noch Hoffnung
Merkel gegen Schwarz-Grün in Thüringen

Für CDU-Chefin Angela Merkel steht fest: Eine Koalition von CDU und Bündnisgrünen wird es in Thüringen nicht geben. Die Union hätte natürlich lieber die absolute Mehrheit - im Moment sieht es jedoch nicht danach aus.

HB ERFURT. "Schwarz-Grün wird in Thüringen nicht kommen", sagte sie der "Bild"-Zeitung. Die Grünen, die nach Umfragen mit einem Wiedereinzug in den Landtag rechnen können, befeuern dagegen weiter Spekulationen über ein derartiges Bündnis. Die Landesvorsitzende Astrid Rothe sagte dem Berliner "Tagesspiegel" (Montag): "Wir sind in einer sehr komfortablen Lage. Wir können abwarten, wer mit uns reden möchte."

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Krista Sager, hält Regierungsbündnisse mit der Union auf Landesebene grundsätzlich für möglich. "Ich halte es für wahrscheinlich, dass Schwarz-Grün über kurz oder lang auch auf Landesebene kommt, ohne dass ich damit etwas über Thüringen sagen will", sagte Sager dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Sagers Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hatte sich für Koalitionsgespräche mit der CDU nach der Wahl offen gezeigt, sieht dafür allerdings keine Erfolgsaussichten. Der bayerische Grünen-Chef Sepp Daxenberger sprach sich für ein schwarz-grünes Bündnis in Thüringen aus.

Merkel sagte dagegen der "Bild"-Zeitung (Samstag), sollten sich die Umfragen bewahrheiten und die CDU in Thüringen ihre absolute Mehrheit verlieren, dann "gäbe es eine rot-rot-grüne Konstellation". Die Parteivorsitzende fügte hinzu: "Auch inhaltlich wäre Schwarz-Grün für Thüringen vollkommen falsch."

Thüringens SPD-Spitzenkandidat Christoph Matschie bezeichnete eine Koalition aus CDU und Grünen als Kopfgeburt. "Schwarz-Grün wäre eine sehr wacklige Geschichte", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium der dpa. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich die Grünen darauf einlassen. Die Wahlentscheidung werde sich zuspitzen auf SPD oder CDU. Matschie bevorzugt eine große Koalition aus CDU und SPD. Kaum beunruhigt zeigte sich der FDP - Vorsitzende Guido Westerwelle beim Bundesparteitag in Dresden von der Diskussion über ein schwarz- grünes Regierungsbündnis in Thüringen: "Schwarz-Grün ist für viele Wähler, die Grün nicht in der Regierung wollen, ein Anlass FDP zu wählen."

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