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Grünen-Chefin will nicht zu kurz kommen

Die Grünen-Chefin Claudia Roth hat sich gegen eine Zuspitzung des Wahlkampfes allein auf die Popularität von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) ausgesprochen.

Reuters BERLIN. "Wir werden dafür sorgen, dass diese Auseinandersetzung politisiert wird. Das es nicht entscheidend ist, wer am Schluss bei Frau Christiansen besser rüberkommt", sagte Roth am Dienstag im "ARD Morgenmagazin". Zudem müsse herausgestellt werden, dass die Grünen in vielen Bereichen in den letzten Jahren Motor von Reformen gewesen seien. "Und das herauszustellen, tut beiden Partnern gut."

Die SPD hatte am Montag als Konsequenz aus ihrer Schlappe bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine Zuspitzung des Bundestagswahlkampfs auf die Personen Schröder und Stoiber angekündigt. Schröder hatte es Berlin gesagt, in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes würden die Wähler vor die Frage gestellt: "Wollt ihr weiter den Bundeskanzler Schröder oder wollt ihr den Stoiber?" Unions-Vertreter hatten dagegen betonten, am 22. September werde es um die Kompetenz der Kandidaten und nicht um ihre Sympathiewerte gehen.

Roth sagte am Dienstag weiter, im Wahlkampf würden sich die Grünen als eigene Partei profilieren, aber auch auf die Erfolge von rot-grün in der Regierung verweisen. "Jede Partei profiliert sich natürlich in diesem Wahlkampf. Natürlich werden wir einen sehr grünen Wahlkampf führen, wie die Sozialdemokraten einen sozialdemokratischen Wahlkampf führen werden", sagte Roth. "Aber wichtig ist doch, dass wir den Leuten in diesem Land sagen: (...) Rot/Grün hat Reformen eingeleitet, die über Jahre, über Jahrzehnte blockiert waren."

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck, hatte zuvor der "Leipziger Volkszeitung" gesagt, die Grünen dürften sich auf Bundesebene nicht gegen den Koalitionspartner profilieren. Dabei hatte sich auch Struck für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Grünen nach der Bundestagswahl im September ausgesprochen.

Zudem hatte Struck angekündigt, Stoiber als rechten Politiker heraus zu stellen. Je näher der Wahltermin rücke, desto deutlicher müssten Unterschiede zwischen den beiden großen Volksparteien herausgearbeitet werden. "Ich habe Stoiber immer für einen rechten Politiker gehalten und ich bleibe dabei."

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