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Grünes Licht für Fusion Vivendi-Seagram

Die Fusion des französischen Mischkonzerns Vivendi mit der kanadischen Seagram-Gruppe zum zweitgrößten Medienkonzern der Welt hat die letzte Hürde genommen. Die Europäische Kommission erteilte am Freitag als letzte Kartellinstanz unter Auflagen grünes Licht für die Fusion im Wert von 34 Milliarden Dollar (77,08 Milliarden Mark).

afp BRÜSSEL/PARIS. Die Fusion des französischen Mischkonzerns Vivendi mit der kanadischen Seagram-Gruppe zum zweitgrößten Medienkonzern der Welt hat die letzte Hürde genommen. Die Europäische Kommission erteilte am Freitag als letzte Kartellinstanz unter Auflagen grünes Licht für die Fusion im Wert von 34 Milliarden Dollar (77,08 Milliarden DM). Wie ein ein Kommissionssprecher in Brüssel mitteilte, muss Vivendi unter anderem seinen Anteil an dem britischen PayTV-Sender BSkyB verkaufen. Zudem ist das neue Unternehmen verpflichtet, Konkurrenten den Zugang zu Filmen des zu Seagram gehörenden Hollywood-Filmstudios Universal sowie für über einen Zeitraum von fünf Jahren zum Angebot der Musik-Tochter Universal Music zu gewähren. Der Zusammenschluss ist bereits von den Wettbewerbshütern in den USA und Kanada genehmigt.

EU-Kommission hatte zunächst Bedenken

"Das alte Konglomerat Vivendi ist tot", sagte Vivendi-Chef Jean Marie Messier zur Neuausrichtung des Mischkonzerns auf die Bereiche Medien- und Telekom im Zuge der Fusion mit Seagram. Bei der EU-Kommission war das im Juni bekannt gegebene Vorhaben wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken im TV- und Musikbereich zunächst auf Bedenken gestoßen. Vivendi hatte daraufhin Anfang Oktober angeboten, dass das Universal-Filmangebot in Frankreich und Spanien auch allen anderen Anbietern offensteht und nicht nur der Tochter Canal Plus als größtem Pay-TV-Sender in Europa. Vivendi-Chef Messier betonte nach der Entscheidung bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Seagram-Chef Edgar Bronfman in Paris, er sehe keine Veranlassung die Beteiligung an BSkyB schnell abzustoßen. Ziel sei es, den Sender unter den "besten Bedingungen" zu verkaufen. Vivendi hält derzeit 23 % an dem PayTV-Sender, der mehrheitlich zur Gruppe des australisch-amerikanischen Medienunternehmers Rupert Murdoch gehört. Vivendi will den Getränke- und Unterhaltungskonzern Seagram per Aktientausch erwerben. Zugleich wird Canal Plus wieder zur vollständigen Vivendi-Tochter. Das neue transatlantische Unternehmen kommt rechnerisch auf einen Jahresumsatz von 55 Milliarden Euro (107,57 Milliarden DM), davon rund 17 Milliarden Euro (33,25 Milliarden DM) im Telekom -, Musik- und Filmbereich.

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