Grünes Licht für Pilotabschluss im Südwesten
Großhandel legt Tarifkonflikt bei

Im Konflikt um die Löhne und Gehälter der bundesweit 1,2 Millionen Beschäftigten im Großhandel haben die Tarifparteien die entscheidende Hürde für eine Einigung genommen: Nach einwöchiger Erklärungsfrist stimmten am Donnerstag Arbeitgeber und Gewerkschaft Verdi dem Verhandlungsergebnis im Bezirk Baden-Württemberg zu.

DÜSSELDORF. Da auch die Bundesgremien beider Seiten grünes Licht gegeben haben, steht voraussichtlich auch einer Einigung in den übrigen Tarifbezirken nichts mehr Weg. Die Einigung für den Südwesten sieht Lohnzuwächse von 3,1 % für die Zeit bis Ende März 2003 vor. Für April bis Juni dieses Jahres erhalten die Beschäftigten eine Pauschalzahlung von 170 ?. Dieser relativ hohe Betrag trägt der Verdi-Forderung nach überproportionalen Zuwächsen für Beschäftigte in den unteren Lohngruppen Rechnung. In Bayern, Berlin und Sachsen-Anhalt liegen bereits ähnliche Ergebnisse vor.

Der Abschluss im Großhandel liefert zugleich eine wichtige Wegmarke für den Tarifstreit um die Löhne und Gehälter der 2,5 Millionen Beschäftigten im Einzelhandel. Dort bahnt sich für heute die entscheidende Runde, ebenfalls im BezirkBaden-Württemberg, an: Wie das Handelsblatt aus Kreisen der Tarifparteien erfuhr, bereitet sich auch der Einzelhandel auf einen Pilot-Abschluss im Südwesten vor. Allerdings pochen die Arbeitgeber des Einzelhandels darauf, dass zumindest die rechnerische Kostenbelastung für sie unter der Drei-Prozent-Marke bleibt.

Gerhard Handke, Vize-Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband des Groß- und Außenhandels (BGA) sprach für seine Branche gegenüber dem Handelsblatt von einem aus Arbeitgebersicht zwiespältigen Ergebnis: Mit 3,1 % sei die Schmerzgrenze mancher Betriebe "fast überschritten", räumte er ein. Andererseits markiere der Anschluss das untere Ende der Skala in der Tarifrunde 2002.

In der Tat hatte Verdi etwa in der Druckindustrie bei ebenfalls einjähriger Vertragslaufzeit ein Plus von 3,4 % durchgesetzt. Bei den Versicherungen stegen die Gehälter um 3,6 % für einen Zeitraum von 16 Monaten. Und die IG Metall erreichte sogar die 4,0 %. Bei einer einer Laufzeit von 22 Monaten ist den Metallern zudem für Mai 2003 bereits eine weitere Erhöhung von 3,1 % sicher.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%