Grund für den Zusammenstoß ist noch nicht bekannt
US-U-Boot versenkt japanisches Schulschiff

Am Freitag stieß ein amerikanische Atom-U-Boot beim Auftauchen mit einem japanischen Fischerei-Schulschiff zusammen. Neun Besatzungsmitglieder werden noch vermisst. Amerikanische Ermittler sind bislang ratlos, wie es zum Unglück kommen konnte.

ap HONOLULU/TOKIO. Nach dem Untergang eines japanischen Fischerei-Schulschiffes vor Hawaii mit vermutlich neun Toten suchten die Ermittler am Wochenende nach einer Antwort auf die Frage, warum das amerikanische Atom-U-Boot "USS Greeneville" das Schiff gerammt hat. Das US-Boot stieß am Freitag beim Auftauchen mit dem Schulschiff zusammen. 26 der 35 Menschen an Bord der "Ehime Maru" wurden gerettet; in der Nacht zum Sonntag suchten Küstenwache und Marine jedoch noch fieberhaft nach den neun Vermissten. Washington übernahm die Verantwortung und entschuldigte sich in Tokio.

Der Kapitän des japanischen Schiffs machte der "USS Greeneville" unterdessen schwere Vorwürfe: Die Besatzung habe bis zum Eintreffen der Retter tatenlos zugesehen, wie seine Leute im Meer trieben, erklärte Hisao Onishi am Samstag. Der Oberkommandierende der US-Pazifikflotte, Admiral Thomas Fargo, erklärte, wegen hoher Wellen sei es zu gefährlich gewesen, die Luken des U-Bootes zu öffnen.

Zusammenstoß vor dem Hafen von Honolulu

An der 108 Meter langen und mit Marschflugkörpern des Typs "Tomahawk" bestückten "Greeneville", die auf einer Übungsfahrt war, waren nach Angaben der US-Marine an der Seite und am Ruder Spuren des Zusammenstoßes 14 Kilometer vor dem Hafen von Honolulu erkennbar. Beim Auftauchen hatte das U-Boot die 54 Meter lange "Ehime Maru" aufgeschlitzt, die innerhalb weniger Minuten in der rund 500 Meter tiefen See versank.

"Die meisten Menschen waren unter Deck", sagte der Dolmetscher Michael Carr von der US-Küstenwacht nach Gesprächen mit den Geretteten. "Nachdem das Licht ausging, brüllten alle, dass Wasser ins Schiff laufe." Die 26 Personen, die sich aus dem Wasser in drei Boote retten konnten, wurden von der Küstenwache geborgen. Zwölf von ihnen wurden mit leichten Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Bei den Vermissten handelt es sich nach Berichten des japanischen Fernsehsenders NHK um vier 17-jährige Schüler, zwei Lehrer und drei Besatzungsmitglieder.

Japanische Fischereihochschule ist entsetzt

Im Heimathafen Uwajima löste die Nachricht von dem Unglück Entsetzen aus. In der Fischereihochschule der südwestjapanischen Stadt versammelten sich verzweifelte Angehörige und Freunde der Vermissten. "Ich hatte die Schüler in der Hoffnung weggeschickt, dass es eine wertvolle Erfahrung sein würde", sagte der stellvertretende Schulleiter Kazumitsu Joko. "Ich kann nicht glauben, dass dies passiert ist."

Der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori erklärte, die USA hätten sich für den Vorfall entschuldigt und versprochen, alles zur Rettung der Vermissten zu unternehmen. Das japanische Kabinett richtete einen Krisenstab ein.

US-Marine bedauert "unglücklichen Vorfall"

Die genaue Unglücksursache war zunächst nicht bekannt. Die Marine bedauerte den "unglücklichen Vorfall" und nahm nach eigenen Angaben Ermittlungen auf. "Das U-Boot wäre nicht aufgetaucht, wenn es das Schiff gesehen hätte", sagte der Sprecher der US-Pazifikflotte, Bruce Cole. Admiral Fargo entschuldigte sich bei den Betroffenen und ihren Familien. Der Kommandant der "Greeneville", Scott Waddle, wurde nach vorübergehender Suspendierung in seiner Funktion bestätigt. Zunächst soll laut Marineangaben das Ergebnis der Ermittlungen abgewartet werden.

Die "Ehime Maru" hatte Japan nach Angaben der Schule am 10. Januar verlassen, um Tunfische, Schwertfische und Haie zu fangen. An Bord waren 20 Besatzungsmitglieder, zwei Lehrer und 13 Schüler.

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