Grund sei das schwache Marktumfeld
Epcos schraubt erneut Erwartungen zurück

Der Hersteller elektronischer Bauelemente hat nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal 2000/01 auf Grund des schwachen Marktumfelds seine Prognosen für das Gesamtjahr nach unten geschraubt. Der Münchener Konzern gab am Donnerstag als Ziele für das laufende Geschäftsjahr (zum 30. September) nur noch eine zweistellige Marge beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sowie eine Steigerung des Vorjahresumsatzes (1,86 Milliarden Euro) um einige wenige Prozent an.

Reuters MÜNCHEN. Der Bauelemente-Hersteller Epcos Im Mai hatte Epcos noch eine Ebit-Marge von 16 Prozent sowie ein Umsatzplus von bis zu 15 Prozent angekündigt. Für 2002 zeigte sich der Konzern von einer Geschäftsbelebung überzeugt. Er kündigte allerdings zugleich den Abbau von 750 weiteren Stellen an.

Die Ergebnisse des dritten Quartals lagen im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Für das Schlussquartal erwartet das Unternehmen den weiteren Angaben zufolge einen Verlust.

Die Epcos-Aktie fiel im Laufe des Vormittags vorübergehend um 3,4 Prozent auf ein neues Jahrestief von 49,07 Euro, nachdem sie zu Börsenbeginn fast ein Prozent zugelegt hatte.

Intraday-Chart der Epcos-Aktie

"Unsere Hoffnung auf eine Geschäftsbelebung in der zweiten Geschäftsjahreshälfte hat sich nicht erfüllt", erklärte Epcos - Chef Gerhard Pegam. Vor zwei Wochen hatte der Konzern für das dritte Quartal bereits einen Gewinnrückgang angekündigt. Der Auftragseingang im Zeitraum April bis Juni brach Epcos zufolge um mehr als drei Viertel auf 153 (680) Millionen Euro ein. Weiter hieß es, der Ebit-Gewinn sei um 63 Prozent auf 34 (Vorjahreszeitraum: 91,8) Millionen Euro abgesackt. Je Aktie ergebe sich somit ein Plus von 0,34 (1,01) Euro. Der Umsatz sei um 11 Prozent auf 440 Millionen Euro gesunken. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Umsatz in einer Spanne von 428 Millionen bis 470 Millionen Euro sowie einem Ebit zwischen 28 Millionen und 35 Millionen Euro gerechnet.

Epcos kündigte ferner an, in dem kommenden zwölf Monaten 750 seiner weltweit rund 13 000 Arbeitsplätze abzubauen. Dies solle möglichst sozialverträglich geschehen. Seit März hat der Konzern nach eigenen Angaben bereits 610 feste sowie 830 zeitlich befristete Stellen gestrichen. Geschäftsverlagerungen in Niedriglohnländer würden beschleunigt, hieß es weiter. Durch den Arbeitsplatzabbau sowie Sonderabschreibungen auf Anlagen werde das Jahresergebnis mit bis zu 60 Millionen Euro belastet. Da ein Großteil hiervon im vierten Quartal anfallen werde, sei für diesen Zeitraum mit einem Verlust zu rechnen. Pegam prognostizierte allerdings: "Auch wenn der Zyklus dieses Mal besonders heftig ist, glauben wir fest daran, dass sich unsere Geschäft im Laufe des Jahres 2002 wieder verbessert."

Weltweite Konjunkturschwäche belastet Geschäft

Für das schlechte Abschneiden im Quartal machte er die weltweite konjunkturelle Abschwächung verantwortlich, die sich in den Bereichen Konsumelektronik und Mobilfunk niederschlage. Starke Einbußen mussten Epcos zufolge die Bereiche Keramische Bauelemente und Oberflächenwellen-Komponenten (OFW) hinnehmen. Das OFW-Segment, dass 1999/2000 34 Prozent zum Gesamtumsatz beigesteuert hatte, habe einen Verlust von 10,9 Millionen Euro verbucht. Neue Impulse würden nun von der Einführung der neuen Handy-Generationen GPRS und UMTS erwartet. Die Kondensatoren- Sparte habe hingegen den Umsatz um neun, das Ebit sogar um 17 Prozent gesteigert, hieß es.

"Der starke Rückgang beim Auftragseingang ist negativ zu bewerten", sagte WestLB-Analyst Karsten Iltgen. Dies und die angekündigten Restrukturierungskosten ließen keinen guten Ausblick für das kommende Jahr erwarten. Die von Epcos ausgegebene Prognose für 2000/2001 bezeichnete er als realistisch. "Die genannte zweistellige Gewinn-Marge wurde allerdings bereits in den ersten beiden Quartalen erzielt", fügte er hinzu.

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