Grund seien die amerikanischen Sicherheitskontrollen
Nordkorea sagt nach Sicherheitskontrolle in Frankfurt Teilnahme am Millenniumsgipfel ab

Nordkorea hat am Dienstag wegen diplomatischer Verwicklungen überraschend die Teilnahme am Millenniumsgipfel der UNO in New York abgesagt.

Reuters FRANKFURT. Wegen einer Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der nordkoreanischen Delegation und amerikanischen Sicherheitsbeamten beim Transfer am Frankfurter Flughafen könnten die Nordkoreaner nicht in die USA reisen, sagte der Sprecher des Delegationsleiters Kim Yong Nam, Choe Su Hon, am Dienstag am Flughafen. Er sprach von einem bewussten Affront durch die USA. Mit der Absage wurden auch die Aussichten auf ein Treffen des Delegationsleiters Kim Yong Nam mit Südkoreas Präsident Kim Dae Jung beim Gipfel zunichte gemacht.

Zu der Konfrontation sei es gekommen, als die Nordkoreaner nach der üblichen Sicherheitskontrolle am Flughafen gerade das Flugzeug der American Airlines nach New York besteigen wollten, sagte Choe. US-Sicherheitskräfte seien erschienen und hätten die Mitglieder der Delegation erneut sehr grob und gründlich durchsucht, Koffer und Taschen geöffnet sowie die Politiker gezwungen, Kleider und Schuhe abzulegen. Eine derartige Durchsuchung Kim Yong Nams habe die Delegation jedoch unter Protest verweigert. Daraufhin hätten die Amerikaner sie mit den Worten provoziert, dass sämtliche Bewohner der von den USA so bezeichneten "Schurkenstaaten" nur nach einer Durchsuchung an Bord gehen dürften. Zusätzlich hätten die Amerikaner die Buchungen der Nordkoreaner ohne deren Einverständnis storniert.

Dies müsse als Verschwörung der US-Regierung betrachtet werden, die damit klar gegen die UNO-Charta verstoße, sagte Choe. Nordkorea verlange eine Entschuldigung der USA, die die volle Verantwortung für den Zwischenfall trügen. Die Chance für ein Treffen mit den Vertretern Südkoreas sei damit zunichte gemacht worden. Die Möglichkeit eines Zusammentreffens bestehe zwar weiter, beim Gipfel in New York werde es jedoch keinesfalls zu Stande kommen.

In New York kommen ab Mittwoch rund 150 Staats- und Regierungschefs zum Millenniumsgipfel zusammen, der damit als größtes Gipfeltreffen der Geschichte gilt. Die dreitägige Konferenz soll die Rolle der UNO im 21. Jahrhundert festlegen und konkrete Ziele im Kampf gegen Armut, Aids und für die Grundbildung von Kindern formulieren. Am ersten Tag des Treffens will auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eine kurze Rede halten.

Am Rande der Zusammenkunft sind zahlreiche "Mini-Gipfel" geplant, unter anderem zum Nahost-Friedensprozess. Zu den Staatschefs, die nicht zum Gipfel kommen, gehören der irakische Präsident Saddam Hussein, Libyens Revolutionsführer Muammar el Gaddafi, Nordkoreas Staatschef Kim Yong Il und der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic, gegen den eine Anklage vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal läuft.

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