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Grund zu erhöhter Vorsicht!

Machen wir uns nichts vor: Die Nachrichtenlage hat sich verschlechtert, deshalb sind auch die Börsenoptimisten im Laufe der ersten Adventswoche wieder leiser geworden.

Volkswirte und Analysten erwarten für die kommenden Tage kaum Gutes, sondern eher gedämpfte Berichte und Prognosen zur Wirtschaftslage - z.B. am Dienstag durch das ZEW Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und am Donnerstag durch die EZB Europäische Zentralbank.

Das Konjunkturthema wird zudem vom Irak-Konflikt überschattet, der eine flotte Jahres-Schluss-Rally inzwischen unwahrscheinlich macht. Meine Skepsis hat am Wochenende neue Nahrung erhalten, denn der amerikanische Aufmarsch am Golf gilt inzwischen als weitgehend abgeschlossen.

Immer öfter kommt jetzt von Ihnen die berechtigte Frage, wie die Kapitalmärkte wohl im Kriegsfall reagieren werden. Dazu nur zwei denkbare Szenarien im Resümee: Ein aus Sicht der USA erfolgreicher Blitzkrieg, also ein kurzer Militärschlag vergleichbar dem von 1991, hätte nur kurzfristig tiefere Folgen auf den Märkten, weil Kosten und Konjunkturschäden überschaubar blieben. Investoren würden Kursrückschläge rasch als Ausgangspunkt für neue Engagements ansehen; sie könnten für Wirtschaft und Börse zur Wendemarke werden.

Zeichnet sich hingegen eine länger andauernde Auseinandersetzung mit ungewissem Ausgang ab, dann müssten weitreichende Folgen für Unternehmen, Anleger und Verbraucher befürchtet werden: steigende Ölpreise und hohe Kriegskosten belasten Staaten und Privatwirtschaft. Verlierer wäre die Aktie - die Gewinner sind dann voraussichtlich Staatsanleihen, Gold und der Schweizer Franken.

Als hätte die Weltwirtschaft nicht schon genug Sorgen. Es gibt keinen Grund zur Panik, aber guten Grund zur erhöhten Vorsicht!

Machen Sie?s gut - bis morgen!

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