Grundlage für einen Neustart
Mobilcom-Rettung praktisch unter Dach und Fach

Die Rettung des angeschlagenen Mobilfunkunternehmens Mobilcom rückt offenbar näher. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus verhandlungsnahen Kreisen erfuhr, ist das milliardenschwere Sanierungskonzept inzwischen weitgehend unter Dach und Fach.

Reuters HAMBURG. "Die große Linie steht", hieß es aus den der France Telecom nahe stehenden Kreisen. Es werde noch an einigen Detailfragen und an deren Formulierung gefeilt. In den Kreisen wurde eine Übereinkunft innerhalb von wenigen Stunden für möglich erachtet.

Ähnlich äußerten sich auch verhandlungsnahe Kreise in London. "Sie (die Beteiligten) sollten in der Lage sein, heute eine Einigung herbeizuführen und innerhalb von 24 Stunden bekannt zu geben", hieß es dort.

Das Büdelsdorfer Unternehmen soll durch ein im Grundsatz bereits seit Wochen ausgehandeltes Finanzpaket vor der Insolvenz gerettet werden und damit die Grundlage für einen Neustart erhalten. Dazu hat France Telecom in Aussicht gestellt, rund sieben Milliarden Euro Schulden von seinem früheren Partner zu übernehmen. Außerdem soll der noch mit 28,5 Prozent an Mobilcom beteiligte französische Telefonkonzern Kosten von etwa 300 Millionen Euro tragen, die benötigt werden, um die im Aufbau befindlichen Aktivitäten von Mobilcom im UMTS-Mobilfunk einzufrieren.

Teil des Gesamtpakets ist auch ein Überbrückungskredit eines Bankenkonsortiums von rund 100 Millionen Euro, mit dem Mobilcom kurzfristige Liquiditätsengpässe überwinden und sein Kerngeschäft im Mobilfunk sanieren will. Verhandelt wurde den Angaben zufolge auch noch über Forderungen, die der Mobilfunkanbieter E-Plus aus einem Dienstleistungsvertrag mit Mobilcom in Höhe von mehreren hundert Millionen hat. Eine E-Plus-Sprecherin wollte sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern.

Unterdessen bestätigte ein Sprecher von Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid, dass der als Treuhänder für Schmids Mobilcom-Anteile eingesetzte frühere RTL-Chef Helmut Thoma insgesamt rund 42 Prozent an dem Unternehmen verwaltet. Diese Aussage hatte Thoma am Vorabend gegenüber dem Nachrichtensender n-tv gemacht. Den Angaben von Schmids Sprecher zufolge wurden 34 Prozent aus dem Besitz von Schmid übertragen und nicht wie bisher angegeben nur 32 Prozent. Weitere rund acht Prozent stammen von der im Besitz von Schmids Ehefrau Sybille Schmid-Sindram liegenden Firma Millennium. Begründet wurde die Differenz von zwei Prozentpunkten bei Schmids Anteilen mit einem "Rechenfehler". Dieser habe aber keinerlei Einfluss auf den Treuhändervertrag, sagte der Sprecher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%