Grundlagen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit
Süd- und Nordkorea nähern sich weiter an

dpa SEOUL/PJÖNGJANG. Zweieinhalb Monate nach ihrem ersten Gipfel im Juni haben sich Süd- und Nordkorea in humanitären Fragen und im Wirtschaftsbereich weiter angenähert. Zum Abschluss der neuen Runde von Nachfolgegesprächen einigten sich am Donnerstag nach südkoreanischen Medienberichten aus Pjöngjang beide Delegationen auf weitere Familienzusammenführungen und auf Grundlagen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dagegen sei keine Einigung über Südkoreas Entspannungsvorschläge zur Einrichtung eines "Heißen Drahts" und zum Treffen ranghoher Militärs erzielt worden.

"Das Abkommen ist bisher noch nicht vollendet", sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul. Eine gemeinsame Erklärung soll am Freitag bekannt gegeben werden. Unklar sei noch, ob darin konkrete Schritte über vertrauensbildende Maßnahmen im militärischen Bereichfestgeschrieben werden, fügte der Sprecher hinzu. Die fünfköpfige südkoreanische Delegation wurde von Verteidigungsminister Park Jae Kyu geleitet.

Vertrauensbildende Maßnahmen und Schritte zur Wiedervereinigung

Die Gespräche waren das zweite Treffen auf Ministerebene seit dem historischen Gipfel Mitte Juni in Pjöngjang. Dabei unterzeichneten beide Staatschefs eine Erklärung über vertrauensbildende Maßnahmen und Schritte zur Wiedervereinigung. Das erste Treffen fand Ende Juli in Seoul statt. Beide Seiten einigten sich damals auf die Eröffnung von Verbindungsbüros an der militärischen Demarkationslinie.

Bis Ende dieses Jahres sind mindestens zwei weitere Treffen getrennt lebender Familien. Als Teil des Gipfelabkommens trafen sich Mitte August insgesamt 200 Menschen aus Süd- und Nordkorea, die zum Teil seit mehr als einem halben Jahrhundert getrennt lebten.

Beide Seiten wollen noch im September einen Arbeitsausschuss über wirtschaftliche Zusammenarbeit ins Leben rufen. Geplant ist dabei ein Rahmenwerk zum Schutz von Investitionen und zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, ebenso wie ein Austauschprogramm für Touristen aus beiden Hälfte der Halbinsel. Das nächste Ministertreffen soll bereits Ende September oder Anfang Oktober stattfinden.

Beide Koreas befinden sich technisch gesehen immer noch im Kriegszustand, da seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch kein formaler Friedensschluss zu Stande gekommen ist.

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