Grundsätzliche Einigung: Fiat arbeit an Refinanzierung der Automobilsparte

Grundsätzliche Einigung
Fiat arbeit an Refinanzierung der Automobilsparte

Der Turiner Fiat-Konzern arbeitet an einer Refinanzierung ihrer verlustbringenden Automobilsparte, die notfalls auch ohne die Hilfe des Partners General Motors aus Detroit auskommt.

vwd MAILAND. Der Plan, dem nach Informationen des "Wall Street Journal" am Wochenende auch die Gläubigerbanken grundsätzlich zugestimmt haben, könnte auch einen Verzicht auf die Put-Option der vollständigen Übernahme der Autosparte durch GM nach sich ziehen. Dies deutete Fiat indirekt öffentlich an. Der Put "bleibt gültig", ließ der italienische Mischkonzern am Samstag nach einem Treffen mit seinen Hauptgläubigern verlauten.

Man werde die Märkte aber unverzüglich über jede "konkrete" Veränderung bei dieser Put-Option in Kenntnis setzen. Im März 2000 hatte der Fiat-Konzern 20 Prozent von Fiat Auto an den US-Automobilhersteller veräußert und sich zugleich das Recht gesichert, die verbliebenen 80 Prozent von 2004 bis 2009 jederzeit an GM abgeben zu können. Bei dem Treffen von Fiat-Chairman Paolo Fresco, CEO Alessandro Barberis und Umberto Agnelli mit leitenden Vertretern der italienischen Bankhäuser Intesa, Uni-Credito, Sanpaolo IMI und Capitalia soll es nach Angaben informierter Kreise um eine Refinanzierung im Volumen von wenigstens fünf Milliarden Euro gegangen sein.

Verkauf von Konzerntöchtern und Kapitalerhöhung

Die Summe soll durch eine Kapitalerhöhung sowie den Verkauf von Konzernsparten aufgebracht werden. Der Plan müsse noch vom Verwaltungsrat genehmigt werden, voraussichtlich auf der Sitzung am 28. Februar. Die Kapitalerhöhung selbst soll ein Volumen von 2,5 Milliarden bis 3,0 Milliarden Euro haben. Die Agnelli-Familie, die indirekt 30 Prozent des Konzerns kontrolliert, soll bereits signalisiert haben, die Kapitalerhöhung für ihren Anteil voll zu zeichnen.

Verkauft werden sollen daneben möglicherweise die profitable Flugtechniksparte Fiat Avio oder der Versicherer Toro SpA. Fiat hat bisher nicht bestätigt, dass einer der beiden Bereiche zum Verkauf steht, deren Wert auf insgesamt drei Milliarden Euro veranschlagt wird. Am Samstag unterstrich der Konzern jedoch, das das Devestitionsprogramm nach Plan laufe. Offen ist auch die Zukunft der Fiat-Autokreditbank Fidis. Der Vollzug des bereits 2002 vereinbarten Verkaufs an die vier Hauptgläubigerbanken ist mehrfach verschoben worden, weil GM noch nicht auf sein Vorkaufsrecht verzichtet hat.

Fiat setzt auf Strategie ohne Partner GM

Das hat am Markt den Verdacht genährt, der US-Konzern behaupte, ein solcher Verkauf laufe dem Vertrag über seine Put-Option zuwider. In dem Treffen mit den Gläubigerbanken soll Fiat-Chairman Fresco alternativ angeregt haben, die Put-Option gegenüber GM aufzugeben, wenn der US-Automobilkonzern bereit bereit wäre, sich an der Kapitalerhöhung zu beteiligen und für zwei Milliarden Euro seine Fiat-Auto-Beteiligung auf 30 bis 40 Prozent aufzustocken. Dem "Wall Street Journal" liegen unterdessen Informationen vor, dass Fiat mehr auf eine Finanzstrategie setzt, die ohne den Partner GM auskommt.

Fiat-Chairman Fresco dürfte in dieser Woche Gespräche mit den Amerikanern über diese Option beginnen. Ein nicht genannter Bankenvertreter äußert sich allerdings skeptisch: Bei den Gesprächen mit GM seien sofortige Erfolge nicht wahrscheinlich. Fiat soll im abgelaufenen Jahr einen operativen Verlust von wenigstens 1,3 Milliarden Euro eingefahren haben.

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