Grundsatzrede zu Europa
Blair vermeidet klare Aussage zum Euro

Der britische Premierminister Tony Blair hat es in einer Grundsatzrede zu seiner Europapolitik erneut vermieden, sich für oder gegen einen Beitritt zur europäischen Währungsunion auszusprechen.

dpa EDINBURGH/LONDON. "Wir werden die gemeinsame Währung empfehlen, wenn es in unserem nationalen wirtschaftlichen Interesse sein sollte", sagte Blair am Freitag in Edinburgh. "Prinzipiell" unterstütze Labour einen erfolgreichen Euro, aber wenn es konkret um einen Beitritt Großbritanniens gehe, müssten erst alle wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sein. Er versicherte, dass die Briten in einem Referendum über den Euro abstimmen würden.

Nach allen derzeitigen Umfragen sind zwei von drei Briten gegen den Euro. Dennoch glaubt Blair nach eigenen Worten, dass es möglich sein könnte, die Mehrheit der Bevölkerung von der Notwendigkeit eines Beitritts zu überzeugen. "Natürlich können wir das, wenn wir richtig argumentieren und deutlich machen, dass die Mitgliedschaft im politischen und wirtschaftlichen Interesse unseres Landes ist", sagte Blair in einem Interview mit der "Financial Times" (London).

Die oppositionellen Konservativen haben sich klar gegen einen Beitritt zur Währungsunion innerhalb der nächsten Legislaturperiode ausgesprochen. Die frühere Premierministerin Margaret Thatcher sagte sogar, sie werde den Euro «niemals unterstützen». Blair warf den Konservativen am Freitag in seiner Rede vor, auf einen Austritt aus der Europäischen Union zuzusteuern. Dies würde Großbritannien Millionen Arbeitsplätze kosten, warnte er. "Selbstisolierung ist nicht patriotisch, sondern eine Missachtung unserer wahren nationalen Interessen." Die Briten wählen am 7. Juni ein neues Unterhaus.

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