Gruner+Jahr baut Regionalblätter um
Holtzbrinck übernimmt Berliner Zeitungen

Der Hamburger Verlag Gruner+Jahr trennt sich von seinen Regionalzeitungen. Die "Berliner Zeitung" und der "Berliner Kurier" werden an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck verkauft, teilte der Verlag mit.

dpa/rtr HAMBURG. In Berlin sollten die schon zum Holtzbrinck-Verlag gehörende Zeitung "Der Tagesspiegel" und die "Berliner Zeitung" nebeneinander weiter geführt und weiter entwickelt werden, erklärte der für Zeitungen bei Holtzbrinck zuständige Geschäftsführer Michael Grabner. Ein Personalabbau bei der "Berliner Zeitung" ist nach Angaben des Holtzbrinck-Verlags nicht geplant.

Während der "Tagesspiegel" in den vergangenen Monaten stets leichte Auflagenzuwächse verbuchen konnte, sank die Auflage "Berliner Zeitung" auf dem stark umkämpften Zeitungsmarkt der Hauptstadt stetig.

Zur "Berliner Zeitung" gehören noch die Boulevardzeitung "Berliner Kurier", das Stadtmagazin "TIP", das Anzeigenblatt "Berliner Abendblatt", eine Zeitungsdruckerei und Anteile am Stadt-Informationssystem "BerlinOnline".

Das Bundeskartellamt wird dem Verkauf nach Einschätzung des Medienforschers Horst Röper im Bestfall unter Bedingungen zustimmen. "Ein reines Ja des Kartellamts wird es nicht geben", sagte Röper, Leiter des Dortmunder Formatt-Instituts und Experte für den deutschen Printmarkt, der Nachrichtenagentur dpa . Auch wenn die "Berliner Zeitung" weiterhin selbstständig bleibe, müsse das Kartellamt genau prüfen, ob Holtzbrinck auf dem Markt der Abo- Zeitungen zusammen mit dem "Tagesspiegel" in Berlin nicht eine marktbeherrschende Stellung erhalte.

Über die Zukunft der Regionalzeitungsgruppe in Dresden ("Sächsische Zeitung") sollen Gespräche geführt werden. "Wir wollen uns darauf konzentrieren, in unseren Stammmärkten im Zeitschriftengeschäft führende Marktpositionen zu erreichen", sagte G+J-Vorstandschef Bernd Kundrun der Nachrichtenagentur dpa.

Das Regionalzeitungsgeschäft weise, so der Verlag, nur geringe Synergien zu den Zeitschriftengeschäften auf. Ein weiterer Ausbau des Zeitungsgeschäftes würde darüber hinaus hohe finanzielle Ressourcen binden, die zur Realisierung der internationalen Expansion und beim Ausbau der Stammgeschäfte notwendig sei. Die Financial Times Deutschland sei von dieser Entscheidung nicht betroffen.

Verkaufspreise für die Berliner Zeitungen nannte der Vorstandschef nicht. "Den Preis, den wir durch die Deinvestition erzielt haben, zeigt, dass wir ein ertragreiches Geschäft geführt haben", ergänzte der Manager. Von den Veränderungen sind in Berlin rund 800 Mitarbeiter betroffen. Insgesamt seien es mehr als 1000, sagte Kundrun.

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