Gruppe D
Rehhagel: "Ich fühle mich immer gut"

Vor dem Euro-Auftakt seiner Hellenen gegen Schweden (Dienstag, 20.45 Uhr) hat Nationaltrainer Otto Rehhagel über die Chancen der griechischen Mannschaft gesprochen. Er traut seiner Elf einges zu - zumindest wenn alle Spieler fit sind.

Otto Rehhagel, Trainer der griechischen Nationalmannschaft, startet am Dienstag (20.45 Uhr) mit seinem Team gegen die schwedische Auswahl in die EM-Endrunde. Zuvor stand er der Presse Rede und Antwort. Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die Fragen und Antworten zusammengestellt:

Frage: "Sie sind hier Titelverteidiger. Ist Ihre Mannschaft jetzt vielleicht sogar noch stärker als vor vier Jahren?"

Otto Rehhagel: "Wir sind 2004 als Außenseiter Europameister geworden, haben aber 2006 die WM-Qualifikation verpasst. Favoriten sind für mich Italien, Frankreich oder auch Deutschland - solange es den Fußball gibt, sind das immer die gleichen. Bei uns muss einfach alles stimmen, alle müssen hundertprozentig fit sein, dann hoffe ich, dass wir mitspielen können."

Frage: "Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Turnier?"

Rehhagel: "Alles, was vorher an Erwartungen ausgesprochen wird, ist etwas für die Medien. Was dann nachher passiert, da gibt es den großartigen Satz von Adi Preißler: Wichtig is auf'm Platz. Da wird alles entschieden. Der Fußball lebt von den Unwägbarkeiten. Wichtig ist, dass unsere Mannschaft körperlich topfit ist und dass wir versuchen, alle unsere Möglichkeiten umzusetzen."

Frage: "Wie ist Ihr Gefühl vor der Operation Titelverteidigung?"

Rehhagel: "Ich fühle mich immer gut. Ich habe eine schöne Familie. Ich bin immer noch mit meiner Beate verheiratet - schon 43 Jahre. Was kann mir da noch passieren?"

Frage: "Wie schätzen Sie Ihren ersten Gegner Schweden ein?"

Rehhagel: "Schweden hatte schon immer gute Mannschaften. Ihr seid ja alle jünger als ich - ich habe mich schon 1958 mit Schweden befasst, als Pele sein erstes Tor geschossen hat. Das Land hatte immer gute Spieler, und auch die, die jetzt spielen, sind außergewöhnlich gut. Alles hat sich so angeglichen, wenige Sekunden und Meter entscheiden über Sieg und Niederlage."

Frage: "Wie werden Sie das Spiel gegen Schweden angehen?"

Rehhagel: "Natürlich verrate ich keine Taktik oder Aufstellung, aber ich könnte es auch gar nicht. Ich trainiere immer so, dass ich selbst nicht weiß, wer spielt. Ich entscheide mich immer erst am Spieltag."

Frage: "Sie könnten hier als erster Trainer zweimal in Folge den EM-Titel holen ..."

Rehhagel: "Ich bin jetzt im Sommer sieben Jahre Nationaltrainer in Griechenland. Ich glaube, das ist Weltrekord. Das hat noch keiner geschafft, und die nach mir werden es schwer haben, hier so lange Trainer zu sein. Ich weiß, was meine Spieler können, welche Möglichkeiten sie haben. Wir müssen diese Möglichkeiten ins Team einbringen, damit wir Erfolg haben. Aber heutzutage ist ja alles durchsichtig, und andere wissen auch, wie es geht."

Frage: "Haben Sie im Training wieder besonderen Wert auf Standardsituationen gelegt?"

Rehhagel: "Wenn Sie die Geschichte verfolgen, sind Spiele immer durch Standardsituationen entschieden worden. Deutschland ist 1990 durch einen Elfmeter Weltmeister geworden. Es passiert auch immer etwas, weil die Spieler Fehler machen. Das, was gestern im Spiel Polen gegen Deutschland passiert ist, dass der Innenverteidiger einfach rausläuft und sagt, 'ich gebe Ihnen 30 Meter Platz, damit Sie ein Tor schießen können', das wollen wir natürlich nicht machen. Auf Abseits zu spielen, ist modern, aber jetzt hat Polen modern 0:2 verloren."

Frage: "Warum werden Sie in Griechenland so geliebt?"

Rehhagel: "Ich habe mehr gewonnen als verloren."

© SID

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