Gruppe D
Schweden bezwingt „antikes“ Griechenland

Mit einem "Sonntagschuss" hat Zlatan Ibrahimovic seine Schweden gegen Titelverteidiger Griechenland auf die Siegerstraße geführt. Beide Teams blieben in einer unansehnlichen Partie jedoch lange jegliche spielerische Klasse schuldig. Die Entscheidung fiel schließlich durch den bisher kuriosesten Treffer der Euro.

SALZBURG. Schweden hat "König Otto" Rehhagel und seinen griechischen Europameistern einen ersten Zacken aus der Krone gebrochen. Zlatan Ibrahimovic und Petter Hansson bestraften mit ihren Treffern in der 67. und 72. Minute den Titelverteidiger für seine destruktive "Steinzeit-Taktik" und schossen "Tre Kronor" mit einem 2:0 (0:0) auf den zweiten Tabellenplatz in der Gruppe D hinter Spanien, das Russland mit 4:1 besiegt hatte.

Bei ihrem ersten Sieg gegen Griechenland seit 88 Jahren beendeten die Schweden die griechische Serie von 424 Minuten ohne Gegentor bei EM-Endrunden. Die Skandinavier, die in den bisherigen sechs Länderspielen im Jahre 2008 erst zwei Treffer erzielt hatten, versuchten lange Zeit vergeblich, das griechische "Piratenschiff" zu entern, warteten allerdings geduldig auf ihre Chancen.

Ibrahimovic überwand mit seinem ersten Länderspieltreffer seit dem 12. Oktober 2005 Griechenlands Torhüter Antonis Nikopolidis von der Strafraumgrenze, Hansson stocherte fünf Minuten später aus dem Gewühl heraus den Ball über die Linie. Bis dahin hatten die Griechen zum Unmut der Vielzahl der 30 063 Zuschauer in Salzburg praktisch keine Anstalten gemacht, ihre destruktive Taktik aufzugeben.

Seine Taktik hatte Rehhagel vor dem Spiel nicht verraten wollen, beim Anpfiff aber wurde schon deutlich, dass kein schönes Spiel zu erwarten war: Traianos Dellas fungierte im Verbund mit vier Abwehrspielern als Libero. Der griechischen Mauer zum Opfer fiel in der Anfangself, in der noch sechs Europameister von Lissabon 2004 standen, Angreifer Ioannis Amanatidis von Eintracht Frankfurt.

Dafür durfte sich sein Vereinskollege Sotirios Kyrgiakos als Sonderbewacher um Ibrahimovic kümmern. Tatsächlich liefen die beiden nahezu im Gleichschritt über den Rasen, Kyrgiakos war bis zum Treffer des Angreifers von Inter Mailand bei diesem "Paarlauf" meist der dominierende Akteur. Nur in der 33. Minute hatte Ibrahimovic seinen Schatten einmal kurz loswerden können, köpfte mit dem Rücken zum griechischen Tor jedoch knapp darüber.

Es war die Phase, als das Tempo in der Begegnung ein wenig höher wurde, ohne jedoch die gelangweilten Zuschauer davon abzuhalten, sich wenigstens selbst zu feiern. Wie Ibrahomivic ließen die Griechen auch dessen Mitspielern kaum die Luft zum Atmen. Henrik Larsson etwa, der kurz vor der EM zum Comeback überredete zweite Angreifer, hing völlig in der Luft. Kaum kam ein Schwede an den Ball, wurde er sofort von zahlreichen Gegenspielern umzingelt.

Den Angriff der Griechen bildeten die Bundesliga-Profis Theofanis Gekas von Bayer Leverkusen und Angelos Charisteas von Absteiger 1. FC Nürnberg. Charisteas, der die Hellenen vor vier Jahren im Endspiel gegen Portugal zum 1:0-Sieg geköpft hatte, war der einzige, von dem ansatzweise so etwas wie Torgefahr ausging. Gekas wurde in der Halbzeit durch seine Auswechslung erlöst - er war praktisch nicht am Spiel beteiligt.

Die Griechen setzten in der Offensive hauptsächlich auf allerdings wirkungslose Standardsituationen und "Mitspieler Zufall". Ihre größte Chance besaß Angelos Basinas mit einem Schuss aus 20 Metern, den Torhüter Andreas Isakson zur Ecke abwehrte (45.).

© SID

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