Gruppe mit positiven Zahlen
Pro Sieben steigert Ergebnis stärker als Umsatz

Einen Tag vor der Abstimmung über eine Fusion mit Sat 1 zeigt sich der zur Kirchgruppe gehörende Fernsehsender in guter Verfassung.

adx UNTERFÖHRING. Die Pro-Sieben-Gruppe präsentierte sich einen Tag vor der außerordentlichen Hauptversammlung zur Abstimmung über die Verschmelzung mit SAT.1 in guter Verfassung. Im ersten Halbjahr 2000 stieg das Vorsteuerergebnis um 15 % auf knapp 111 Mill. Euro. Der Konzernumsatz wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf rund 570 Mill. Euro, wie das Unternehmen am Montag in Unterföhring mitteilte. Die Umsatzrendite vor Steuern kletterte von 17,1 % auf 19,4 %. "Die guten wirtschaftlichen Kennzahlen des ersten Halbjahres 2000 zeigen, dass wir trotz der intensiven Vorbereitungen für den Zusammenschluss mit SAT.1 unser Tagesgeschäft nicht aus den Augen verloren haben", betonte der ProSieben-Vorstandsvorsitzende Urs Rohner. Die Pro-Sieben-Gruppe wird ihren letzten Quartalsabschluss am 26. Oktober veröffentlichen. Der Vorstand rechnet für den Verlauf der ersten drei Quartale dieses Jahres mit einem zweistelligen Wachstum beim Ergebnis vor Steuern. Der Konzerumsatz wird sich nach den Prognosen des Vorstands erneut einstellig erhöhen.

Vorbehaltlich der Zustimmung der außerordentlichen Hauptversammlung der ProSieben-Gruppe sowie der Gesellschafterversammlung von SAT.1 soll im Oktober der Eintrag der ProSiebenSAT1.Media AG in das Handelsregister erfolgen. Als "Verschmelzungsstichtag" soll aber der 1. Januar 2000 zugrunde gelegt werden. Die Börse honorierte die "Heiratsabsicht" vorab. Seit Januar kletterte der Kurs der ProSieben-Aktie von rund 60 Euro auf zuletzt nahezu 170 Euro.

Nach der erwarteten Zustimmung der Aktionäre und Gesellschafter zur Fusion mit SAT.1 entsteht das größte private deutsche Fernsehunternehmen mit einem Marktanteil von rund 24 %. Zur angezeigten Ehe gehören die TV-Sender ProSieben, Kabel 1 und N24 sowie SAT.1. Vorteile soll der Zusammenschluss vor allem durch gemeinsame Programmplanung und- vermarktung sowie verzahnte Internetauftritte und Mehrfachverwertung von Beiträgen bringen. Rohners mittelfristiges Ziel ist dann die Aufnahme in den Dax der 30 wichtigsten Unternehmen der Bundesrepublik.

Im Kerngeschäft Fernsehen wuchs der Außenumsatz der ProSieben-Gruppe im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 541 Mill. Euro. Das operative Ergebnis stieg um elf Prozent auf 114 Mill. Euro. Im Geschäftsfeld Multimedia legten die Außenerlöse um 53 % auf rund zehn Mill. Euro zu, während sich der operative Fehlbetrag planmäßig von 0,5 Mill. auf 4,2 Mill. Euro vergrößerte. Der Bereich Merchandising legte beim Außenumsatz auf 13 Mill. Euro (+54 %) und beim operativen Ergebnis auf drei Mill. Euro (+20 %) zu. Das Segment Dienstleistungen steigerte seinen Außenumsatz auf 5,7 Mill. Euro (+16 %), während das operative Ergebnis wegen der Ausbau- und Erweiterungsinvestitionen für die Nachrichtenagentur ddp sowie die ProSieben Information Service von plus 400 000 Mill. Euro im Vorjahr plangemäß auf minus 2,6 Mill. Euro zurückging.

Durch den Ausbau der Geschäftsfelder hat sich die Mitarbeiterzahl bei der ProSieben-Gruppe merklich erhöht. Zum Stichtag 30. Juni beschäftigte die Gruppe 1.980 Mitarbeiter. Das sind 399 Personen oder 25 % mehr als ein Jahr zuvor. Der Personalaufwand nahm um ebenfalls 25 % auf 67,3 Mill. Euro zu.

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