Gruppenumsatz von 61,5 Millionen Euro erwartet
Viva senkt Ergebnisprognose für 2001

Der Musiksender Viva Media AG hat wegen Belastungen durch Neustrukturierungen sowie einem angespannten Werbemarkt seine Ergebnisprognose für 2001 gesenkt, will jedoch bereits 2002 die Gewinnschwelle erreichen.

Reuters KÖLN. Der für 2003 geplante Break-Even werde bereits im kommenden Jahr erreicht, teilte Finanzvorstand Christian Gisy am Donnerstag mit. Über das neue Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Medienkonzern AOL Time Warner solle das neue Programm Viva+ TV (bisher VIVA ZWEI) zusammen mit den bisherigen digitalen Diensten zu einer interaktiven Musikplattform aufgebaut werden. Die am Neuen Markt notierten Viva-Aktien verloren in einem deutlich festeren Gesamtmarkt zeitweise 14 % auf 6,67 Euro.

Für das Gesamtjahr 2001 werde nunmehr mit einem Gruppenumsatz von 61,5 Mill.Euro statt der ursprünglich anvisierten 65 Mill. Euro gerechnet, teilte die Gesellschaft weiter mit. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei ein Verlust von rund 10 Mill. statt eines ausgeglichenen Ergebnisses zu erwarten. Dies sei unter anderem auf die letztmalige Konsolidierung der Verlustbringer Viva Zwei und Vivadigital zurückzuführen. Die vollständige Abschreibung von Vivadigital und der Agentur Vivaconnect werde das Ergebnis zusätzlich mit 4,5 Mill. Euro belasten, hieß es. Nach Expertenschätzung hat Viva Zwei das Ergebnis der Gruppe im vergangenen Jahr mit rund 5 Mill. Euro belastet. Der Kölner Musiksender hatte im Geschäftsjahr 2000 bei einem Umsatz von rund 55 Mill. Euro einen Nettofehlbetrag von 9,6 Mill. Euro ausgewiesen.

Für 2002 rechne die Viva Gruppe sowohl beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) als auch beim Ebitda mit einem Gewinn im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. "Dieser Ergebnissprung ist zum einen durch die hohe Profitabilität des TV-Kerngeschäfts und zum anderen durch die Cash-Einnahmen aus dem Joint Venture mit AOL Time Warner begründet", hieß es in der Mitteilung. Wie viel AOL Time Warner für die Beteiligung an den Gemeinschaftsunternehmen an Viva zahlt, wollte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage nicht sagen. Nach Angaben aus Branchenkreisen dürfte der Betrag im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Ab 2003 erwartet Viva nach eigenen Angaben auch ohne einmalige Cash-Zuflüsse "weiter signifikante Gewinne".

Das neue Gemeinschaftsunternehmen mit AOL Time Warner mit dem Namen VIVA Plus Fernsehen GmbH werde künftig das neue Programm Viva+ TV sowie die digitalen Dienste betreiben. Viva+ solle zu einer interaktiven Musikplattform ausgebaut werden, die Internet und Fernsehen miteinander verbindet und Anfang nächsten Jahres starten. AOL Time Warner, die zu 49 % an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt sind, kündigten an, weit reichende Ressourcen für dieses Projekt einzusetzen. AOL ist der weltweit größte Internet-Service-Provider.

AOL Time Warner, die britische EMI Group sowie der französische Mischkonzern Vivendi Universal halten den Angaben zufolge gegenwärtig jeweils einen Aktienanteil von 18,9 % an der Viva Media AG.

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