GSM in den USA nur zu 10 Prozent verbreitet
Cingular vergibt Mobilfunkaufträge für 4 Milliarden Dollar

Der zweitgrößte US-Mobilfunkanbieter Cingular Wireless hat zum Ausbau seines Mobilfunknetzes auf die Standards GSM und das amerikanische UMTS-Equivalent EDGE Aufträge im Gesamtwert von fast vier Mrd. $ vergeben. Das geht aus den Angaben der drei Hauptlieferanten von Netzwerktechnologie und Mobiltelefonen Ericsson, Nokia und Siemens vom Montag hervor.

Reuters MÜNCHEN. Ursprünglich hatte Cingular die Investitionen in den Ausbau des Mobilfunknetzes, der den Internetzugang und die Übertragung von bewegten Bildern über das Handy möglich machen soll, mit 3 Mrd. $ beziffert. Siemens ist nach eigenen Angaben mit rund 600 Mill. $ beteiligt.

Der schwedische Konzern Ericsson gab seinen Anteil an dem Auftrag des Joint Ventures der US-Telefongesellschaften BellSouth und SBC Communications mit "wahrscheinlich mehr als 2 Mrd. $" an. Der finnische Konkurrent Nokia bezifferte sein Auftragsvolumen mit mehr als 1 Mrd. $. Ein Siemens-Sprecher erklärte, der Konzern werde auch erstmals ein größeres Volumen an Endgeräten in die USA liefern, die sowohl den europäischen Standard GSM und den US-Mobilfunkstandard TDMA unterstützten. In Branchenkreisen hieß es, dabei handele es sich um mehr als eine Million Mobiltelefone.

Ob noch weitere Lieferanten Aufträge bekommen haben, war zunächst nicht klar. "Die Aufteilung des Auftragsvolumens ist in etwa so wie erwartet, wenn auch das Gesamtvolumen höher liegt", sagte Mika Paloranta, Telekom-Analyst bei Nordea Securities. Mit einem Volumen von fast 4 Mrd. $ ist der Cingular-Auftrag einer der größten für den Ausbau eines Mobilfunknetzes für den Standard GSM, der in Europa dominiert, in den USA aber weniger als 10 % der Mobilfunknutzer erreicht. Der Ausbau ermöglicht es Cingular auch, Dienste auf dem neuen GPRS-Standard mit einer höheren Übertragungskapazität als GMS anzubieten.

Für die Siemens-Mobilfunksparte ICM sei der Auftrag der erste große für GSM-Netzwerktechnologie und Telefone in den USA. "Unsere starke GSM-Vergangenheit in Europa und Asien hat uns zu einem der Hauptanbieter in diesen Regionen gemacht und wir wollen diese Position auch in den nordamerikanischen Markt expandieren", erklärte ICM-Chef Rudi Lamprecht.

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