GSM-Technik bleibt wichtig
Mannesmann braucht keine Anleihe für UMTS-Lizenz

Neben den Kosten für die UMTS-Lizenzen will Mannesmann in den nächsten Jahren voraussichtlich zehn Milliarden Mark in den Netzaufbau investieren.

Reuters DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Mobilfunkkonzern Mannesmann GmbH (D2) rechnet nach den Worten seines Geschäftsführers nicht damit, dass der Mehrheitsaktionär Vodafone zur Finanzierung der vergangene Woche ersteigerten deutschen UMTS-Mobilfunklizenz eine Anleihe ausgibt.

"Vodafone wird die insgesamt rund 16,6 Milliarden für die drei ersteigerten Frequenzpakete aus eigener Kraft bezahlen", sagte Jürgen von Kuczkowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mannesmann Mobilfunk GmbH am Montag in Düsseldorf. Im Gegensatz zu anderen UMTS-Lizenzinhabern sei Vodafone auch nicht von den Rating-Agenturen abgewertet worden, sagte von Kuczkowski weiter.

Die britische Vodafone ist Mehrheitseigner an der Mannesmann AG, die ihrerseits 65,2 Prozent an der Mannesmann Mobilfunk GmbH hält. 34,8 Prozent hält den Angaben zufolge die Vodafone AirTouch Communications.

Mannesmann, nach eigenen Angaben im August mit gut 15 Millionen Kunden im D2-Netz Marktführer in Deutschland vor der Deutschen Telekom (T-Mobil), werde in den kommenden Jahren in die UMTS-Technik voraussichtlich zehn Milliarden Mark investieren. Ab 2002 könnten die Kunden über ihre Mobilfunktelefone Nachrichten empfangen, Bildpostkarten senden oder Filme anschauen. Ein Marktpotenzial von 250 Milliarden Mark sei sicherlich nicht falsch. "Über das Angebot entscheiden werden aber die Kunden", sagte von Kuczkowski.

"Wir sind auf die UMTS-Technologie vorbereitet und wenn wir es nicht schaffen, wer denn sonst", sagte der Mobilfunk-Chef. Mit welchen Partnern der Düsseldorfer Anbieter die neue Technik aufbauen werde, sei noch offen. Im Vorfeld seien schon diverse Ausschreibungen gestartet worden. Mannesmann werde aber selber keine Inhalte für das Internetangebot anbieten. Dazu habe man starke Partner wie etwa Yahoo, sagte von Kuczkowski. Er glaube zudem, dass die Lizenzgebühren nicht über den Preis zu refinanzieren seien. Wahrscheinlich sei vielmehr ein harter Wettbewerb, denn kein Kunde werde teuer kaufen. Die herkömmliche GSM-Technik werde keinesfalls "zum alten Eisen" werden, sondern bleibe für das Unternehmen wichtig.

Die Ersteigerung der insgesamt drei Lizenzpakete sei für den Düsseldorfer Marktführer eine "Pflichtübung" gewesen und bewege sich durchaus im geplanten Rahmen. Wie die Deutsche Telekom habe man allerdings auch zunächst erwogen, drei Blöcke aus dem ungepaarten Frequenzspektrum zu ersteigern, räumte der Chef der Geschäftsführung ein. Dass beide Unternehmen letztlich nur noch für zwei Blöcke geboten hätten, beruhe offenbar auf ähnlichen Geschäftsplanungen, sagte von Kuczkowski.

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