Guelfi will nicht mehr aussagen
Zeugenvernehmung zur Elf-Affäre in Paris geplatzt

Der Parteispenden-Untersuchungsausschuss des Bundestags wird nächste Woche nicht zur Zeugenvernehmung nach Paris reisen. SPD-Obmann Frank Hofmann teilte am Mittwoch in Berlin mit, nach der geplatzten Vernehmung von Ex-Elf-Manager Alfred Sirven wolle nun auch der Geschäftsmann André Guelfi nicht mehr aussagen.

ap BERLIN/PARIS. Allein für einen Zeugen, den früheren Elf-Direktor Philippe Trépand, wolle der Ausschuss mit seinen 15 Mitgliedern und zahlreichen Mitarbeitern nicht extra nach Frankreich kommen. "Wir geben aber den Anspruch nicht auf, alle drei zu hören", betonte der SPD-Abgeordnete. Er erinnerte an das Versprechen der französischen Regierung, dass der in Paris inhaftierte Sirven vom Ausschuss befragt werden dürfe. Die französische Justiz hatte eine zunächst erteilte Zusage letzte Woche wieder zurückgezogen. Hofmann erklärte, derzeit werde geprüft, ob Trépand in Deutschland als Zeuge gehört werden könne.

Der schillernde Geschäftsmann Guelfi - in Anspielung an seine frühere Branche auch "Dédé, die Sardine" genannt - gilt als eine Schlüsselfigur bei der Abwicklung der Provisionszahlungen des staatlichen Ölkonzerns Elf-Aquitains beim Kauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie und des Minol-Tankstellennetzes. Über seine Luxemburger Firma Nobleplac flossen nach Erkenntnissen der Ermittler Anfang der 90er Jahre 256 Mill. Franc (76 Mill. Mark/ 39 Mill. Euro) an die Lobbyisten Dieter Holzer und Pierre Lethier.

Der Parteispenden-Untersuchungsausschuss will der Frage nachgehen, ob ein Teil dieser Gelder in die schwarzen Kassen der CDU geflossen ist.

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