Archiv
Günstig einkaufen

Im Einkauf liegt der Gewinn - heißt es im Handel. Für Anleger lohnt es sich ebenfalls, günstige Titel herauszusuchen - zum Beispiel aus dem Dax.

Die Charts der Dax-Titel

Billig ist nicht immer preiswert. Das gilt für Autos, Schuhe, Häuser - und für Aktien. Wenn der Kurs sehr niedrig ist, liegt das oft daran, dass die Börsianer dem Unternehmen wenig Chancen einräumen. Anleger müssen daher auf den Preis und die Gewinnentwicklung zugleich achten, wenn sie nicht einen Ladenhüter oder ein überteuertes Angebot erwischen wollen.

Eine Kennzahl, die beides berücksichtigt, ist das so genannte dynamische KGV oder auch PEG (Price-Earning to Growth-Ratio). Es errechnet sich aus dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (also aktueller Kurs geteilt durch Gewinn pro Aktie) und dem Gewinnwachstum. Beispiel: Ein KGV 2002 von zehn und ein erwartetes Gewinnwachstum von fünf Prozent für die Jahre 2001 bis 2002 ergibt ein PEG von zwei.

Die Kennzahl PEG darf natürlich auch nicht überschätzt werden. Nicht nur, dass sie auf Analystenschätzungen beruht, und die sind im Wesentlichen von den Aussagen der Unternehmen selbst geprägt. Gerade im laufenden Jahr haben einige Konzerne, zum Beispiel Siemens und die Lufthansa, wegen der schwierigen konjunkturellen Situation erklärt, dass sie die Entwicklung selbst kaum überblicken können. Eine Kennzahl, die auf Gewinnschätzungen für 2002 oder sogar 2003 beruht, ist daher sehr unsicher - wie die gesamte Börse.

Auch die simple Art der PEG-Berechnung ist problematisch. Denn sie lässt schwach wachsende Titel mit niedrigen KGV relativ gut aussehen und schnell wachsende eher schlecht. Immerhin: Oft ist das Wachstum der "lahmen" Konzerne zuverlässiger einzuschätzen als das der Highflyer - dafür bietet die schiefe Berechnung einen gewissen Ausgleich.

Ein anderer Punkt: Richtig gut ist die Kennzahl nur, wenn das Gewinnwachstum gleichmäßig verläuft. Bei erwarteten Dellen, Einbrüchen und Sprüngen reagiert die Kennzahl stark, wie zum Teil schon der Vergleich der PEG für 2002 und 2003 zeigt. Daimler-Chrysler etwa ist nach PEG gerechnet praktisch geschenkt. Der Grund liegt aber in dem Gewinneinbruch des Konzerns und der Hoffnung, dass er bald behoben wird - daraus erklären sich hohe erwartete Wachstumsraten.

Viele Unternehmen unterliegen jedoch ständig größeren Schwankungen. "Bei zyklischen Werten muss man einen längeren Zeitraum nehmen", sagt daher Georg Wallwitz von Hauck & Aufhäuser in München. Er ist maßgeblicher Berater des Europa-Aktienfonds H & A Equities PEG Invest (WKN 921 697), der - wie der Name schon sagt - sich am PEG orientiert. Wallwitz hat aus dem Dax den Zykliker Thyssen-Krupp gekauft sowie Deutsche Bank und Siemens. Als extremer Zykliker gilt zum Beispiel Infineon, denn der Halbleitermarkt ist international von großen Schwankungen in der Nachfrage und dem Auf- und Abbau von Kapazitäten gekennzeichnet.

Fazit: Nach Kennzahlen allein sollte man keine Aktie kaufen. Aber die "Story" hält oft genug auch nicht lange - es lohnt sich daher , beides im Blick zu behalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%