Günstige Gelegenheit genutzt
In Kolumbien entführter Deutscher konnte fliehen

Dem Deutschen Thomas Künzel ist mehr als neun Wochen nach seiner Entführung in Kolumbien durch linke FARC-Rebellen die Flucht aus der Geiselhaft gelungen. Der junge Mann aus Nienstädt in Niedersachsen werde von der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Bogota betreut, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Sonntag in Berlin mit.

dpa BOGOTA. Künzel habe gesagt, auch seinem älteren Bruder Ulrich und dem gemeinsamen Freund Reiner Bruchmann, die sich weiter in der Gewalt der FARC-Rebellen befinden, gehe es den Umständen entsprechend gut, verlautete es aus zuverlässiger Quelle. Die Deutschen waren am 18. Juli in der Provinz Cauca im Südwesten des Landes verschleppt worden. Künzel sei Samstagmorgen zu Fuss in einer Indiosiedlung nahe des Ortes Silvia im Cauca eingetroffen. Einer der Indios berichtete lokalen Medien, der Deutsche sei sichtlich erschöpft gewesen.

Nach Angaben des kolumbianischen Militärs konnte der Deutsche fliehen, weil die Rebellen der linksgerichteten "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) durch Kämpfe mit den Streitkräften unter Druck geraten seien.

Sowohl die deutsche Botschaft als auch die Regierung von Präsident Andres Pastrana zeigten sich Medienberichten zufolge erleichtert über die Entwicklung. Beide forderten die Rebellen auf, nun die beiden anderen Deutschen unverzüglich freizulassen und deren Menschenrechte sowie Gesundheit zu schützen. Auch Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul forderte die Freilassung der beiden anderen Geiseln.

Ulrich Künzel hatte als Entwicklungshelfer der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ, Eschborn) mittellose Indiobauern bei Alternativen zum illegalen Anbau von Kokapflanzen beraten, aus denen der Rohstoff für Kokain gewonnen wird. Sein Bruder Thomas und Bruchmann waren nur zu Besuch gewesen.

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