Günstige Kaufgelegenheit
Millionen Infineon-Aktien platziert

Der schwedische Telekomausrüster Ericsson hat rund 27,5 Millionen Aktien des Halbleiter-Herstellers Infineon Technologies an der Börse platziert und damit rund 300 Millionen Euro erlöst. Fondsmanager betrachteten das Angebot als günstige Gelegenheit.

Reuters LONDON. Die Anteilsscheine stammten aus dem Verkauf der Chip-Sparte von Ericsson an Infineon, die der Münchener Konzern mit eigenen Aktien bezahlt hatte, bestätigte Ericsson am Donnerstag. In Marktkreisen hatte es zuvor bereits geheißen, die Aktien seien von der Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney in einer Spanne von 10,80 bis 11,10 ? angeboten und zum Höchstpreis platziert worden. Die Nachfrage habe das Angebot um ein Fünffaches übertroffen. Bei Fondsmanagern hieß es, die Gelegenheit sei günstig gewesen, weil die Infineon-Aktien wegen der erwarteten Erholung auf dem Chipmarkt Aufwärtspotenzial hätten. Infineon und Ericsson lehnten einen Kommentar ab. Unbeeindruckt von der Platzierung stiegen die Infineon-Aktien zeitweise um fast 5 % auf 11,84 ?.

Günstige Kaufgelegenheit

Die beiden Technologiekonzerne hatten sich im Juni auf eine Übernahme der Microelektronik-Sparte von Ericsson durch Infineon für 400 Mill. ? in Aktien geeinigt. Die Transaktion sei nun von allen Behörden genehmigt worden und solle noch vor September abgeschlossen werden, teilte Ericsson am Donnerstag mit. Insofern stünden auch die Aktienverkäufe noch unter dem Vorbehalt des Abschlusses der Transaktion. Ericsson kämpft mit der Flaute auf dem Markt für Telekommunikationsausrüstung und will mit dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäften wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Fondsmanager betrachteten das Angebot als günstige Gelegenheit: "Uns wurden Aktien aus der Platzierung angeboten, und wir haben auch welche gekauft", sagte Torsten Gründel, Leiter des Technologiefondsteams bei Commerz Asset Managers. "Es gab ein Interesse an den Aktien weil sie mit einem Abschlag auf den Marktpreis angeboten wurden", fügte er hinzu. Außerdem rechne er mit einem Anstieg des Infineon-Kurses, weil sich der krisengeschüttelte Chipmarkt bald wieder erholen sollte. "Eine Menge schlechter Nachrichten sind im Infineon-Kurs bereits eingepreist", sagte Gründel. Die Infineon-Aktien haben angesichts der bisher schleppend verlaufenen Erholung der Nachfrage vor allem nach Speicherchips in den letzten sechs Monaten mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.

Die Infineon-Aktien notierten am Mittag um gut 2,48 % im Plus bei 11,56 ?.

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