Günstige Konjunktursignale machen Zinssenkung unwahrscheinlich
EZB-Rat: Keine Zinssenkung erwartet

Der für die Geldpolitik verantwortliche Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag seine Beratungen aufgenommen.

Reuters FRANKFURT. Analysten erwarten wegen der sich mehrenden Anzeichen für eine Konjunkturerholung, dass der Rat die Leitzinsen in der Euro-Zone unverändert lässt.

Die EZB wird ihre Entscheidung um 13.45 Uhr MEZ bekannt geben. Wie jeden Monat wird dann EZB-Präsident Wim Duisenberg gegen 14.30 Uhr vor die Presse treten, um den Beschluss zu erläutern.

Die meisten Akteure an den Finanzmärkten sowie die Mehrzahl der Analysten sind sich sicher, dass der Zinssenkungszyklus der EZB beendet ist. Im vergangenen Jahr hatte die Notenbank das Zinsniveau wegen der schwindenden Inflationsgefahr und der schwachen Konjunktur um insgesamt 1,5 Prozentpunkte reduziert. Der nächste Zinsschritt werde wieder nach oben gehen, lautet derzeit die gängige Einschätzung. Zuletzt hat die EZB die Leitzinsen Anfang November 2001 gesenkt. Seitdem liegt der Schlüsselzins bei 3,25 Prozent.

Ihre Annahme, die EZB werde in nächster Zukunft die Zinsen nicht weiter senken, begründen Analysten mit günstigen Konjunktursignalen. "Angesichts der sich mehrenden Anzeichen für eine Belebung der Konjunktur halten wir es mittlerweile für wahrscheinlich, dass der Zinssenkungszyklus der EZB abgeschlossen ist", hatte die Commerzbank Anfang der Woche mitgeteilt.

Mehrere EZB-Ratsmitglieder hatten sich zudem in den vergangenen Wochen zuversichtlich über eine Konjunkturerholung geäußert und das Zinsniveau wiederholt als angemessen zur Sicherung stabiler Preise bezeichnet. So sind nach Worten von Bundesbankpräsident Ernst Welteke die Vorzeichen für eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone günstig. EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte ebenfalls Optimismus geäußert, aber zugleich auf mögliche Abwärtsrisiken hingewiesen.

Bei einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Reuters-Umfrage hatten 48 von 51 befragten Analysten prognostiziert, die EZB werde den Schlüsselzins bei der heutigen Sitzung unverändert bei 3,25 Prozent lassen. 34 Befragte rechneten damit, dass die nächste Zinsänderung eine Erhöhung sein wird. Die erste Zinserhöhung sahen zehn Analysten schon im dritten und 17 im vierten Quartal. Sieben Volkswirte erwarteten erst im kommenden Jahr steigende Zinsen.

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