Günstige Marktbedingungen
BASF will Euro-Benchmark-Anleihe begeben

Der Chemiekonzern BASF will mit der Emission einer Anleihe über eine Milliarde Euro die Struktur seiner Schulden umgestalten. Das Unternehmen nutze die aktuell günstigen Marktbedingungen und wolle eine Anleihe mit fixem Zinssatz (Kupon) begeben.

Reuters FRANKFURT. Der genaue Emissionszeitpunkt sowie die Konditionen für die Euro-Benchmark-Anleihe würden später bekannt gegeben, teilte BASF am Montag in Ludwigshafen mit. Das Unternehmen nutze die aktuell günstigen Marktbedingungen und wolle eine Anleihe mit fixem Zinssatz (Kupon) begeben. Die Erlöse aus der Bondemission will der weltgrößte Chemiekonzern nach eigenen Angaben zur Senkung der kurzfristigen Verbindlichkeiten verwenden. Die im Dax notierte BASF-Aktie lag nach der Mitteilung mit 0,3 Prozent im Minus bei 39,10 Euro.

Die Emission werde gemeinsam von der Citigroup sowie der Deutschen Bank geführt und von den Rating-Agenturen Standard & Poor's und Moody's mit "Aa3" beziehungsweise "AA-" bewertet. "Einzelheiten zur Anleihe wie etwa Laufzeit und die Höhe des Zinssatzes werden am Tag der Emission bekannt gegeben", sagte ein BASF-Sprecher. Ende 2002 wies der Chemiekonzern Finanzschulden von 3,6 Milliarden Euro auf. Rund 1,3 Milliarden davon seien in Dollar denominiert, sagte der Sprecher. Etwa 1,8 Milliarden Euro haben eine Laufzeit bis Ende 2003. Mit dem Papier wolle BASF daher auch vom derzeitigen Euro-Dollar-Kurs profitieren, sagte der Sprecher. Der Euro hatte in den vergangenen Wochen gegenüber dem Dollar deutlich an Wert gewonnen.

Als Benchmark-Anleihen gelten Emissionen, die nach Laufzeit und Verzinsung richtungweisend für Anleger und andere Emittenten sind.

Nach Einschätzung der Analysten dient der Schritt vor allem der Verbesserung der Finanzstruktur, wobei BASF vom derzeit günstigen Zinsumfeld sowie vom aktuellen Euro-Dollar-Kurs profitiere. "Eine zunehmende Zahl von Unternehmen blickt auf niedrige Zinsen, was umsichtig ist, da die gegenwärtigen Zinssätze sehr tief liegen und nicht mehr so lange so niedrig bleiben", kommentierte etwa Oliver Günter, Chemieanalyst bei der Bankgesellschaft Berlin. Mit einer bevorstehenden größeren Akquisition rechne er nicht. "Ich glaube nicht, dass ein Deal wahrscheinlich ist - das hat mehr mit der Finanzstruktur zu tun", fügte er hinzu. "Das ist ein guter Schritt, weil sich der Konzern damit günstig refinanzieren kann", sagte auch Chemieanalyst Christian Faitz vom Bankhaus Julius Bär. Dabei erhalte BASF Unterstützung von der Euro-Dollar-Währungsrelation.

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