Günstige Prognosen für Napster-Nachfolger
Tauschbörsen wie Napster beflügeln das Geschäft

dpa-afx FRANKFURT. Das Napster-Urteil dürfte nach Einschätzung von Analysten das Geschäft mit Musiktiteln eher beflügeln als bremsen.

Langfristig erwartet Frank Laser, Analyst bei der Vereins und Westbank, - steigende Umsätze. Das Urteil sei eher positiv zu werten, weil sich mit den Musiktauschbörsen Vertriebswege etabliert hätten, über die schneller Umsätze generiert werden könnten als über den Einzelhandel.

"Die Musiktauschbörsen sind ein Markt, den die Kunden auch weiterhin nutzen werden, auch wenn das Herunterladen eines Titels nicht mehr kostenlos ist", glaubt Laser. Einen großen Vorteil sieht Laser in den wegfallenden Vertriebskosten. Sobald ein Musiktitel vom Verlag produziert und ins Internet gestellt worden sei, könne das Geschäft beginnen. Denn die Kunden könnten sofort den Titel herunterladen. Die klassische CD aus dem Laden werde aber durch die Existenz von Musiktauschbörsen nicht verdrängt. Denn deren Tonqualität hinkt den silbernenen Scheiben noch hinterher.

Neue Napster-Version - Musikverlage bisher ablehnend

Die Internet-Musiktauschbörse Napster, die weltweit rund%60 Mill. Kunden nutzen, will der Plattenindustrie in den kommenden fünf Jahren 1 Mrd.. USD zahlen, um eine mögliche gerichtlich angeordnete Schließung abzuwenden. Die fünf größten Musikverlage sollen sich in dieser Zeitspanne jeweils 150 Mill. USD teilen. Unabhängige Labels werden jährlich mit 50 Mill. USD bedacht. Die Plattenindustrie hatte Napster wegen Verletzung der Urheberrechte verklagt und am 14. Februar eine einstweilige Verfügung erwirkt. Danach hatte Napster jedoch weiterhin den Tausch urheberrechtlich geschützter Musik angeboten.

Zusammen mit Bertelsmann bietet Napster den großen Musikverlagen eine künftige Napster-Version, mit der die Urheberrechte gewahrt werden können. Doch die Plattenkonzerne Sony, Vivendi Universal, AOL Time Warner und EMI fordern individuelle Verhandlungen mit Napster. Die Unternehmen halten das Angebot von 1 Mrd. $ angesichts eines bedrohten Umsatzes von 35 bis 40 Mrd. $ für zu niedrig.

Handicap: Fehlende Software

Christian Tilmann, Analyst von Oppenheim Finanzanalyse, schätzt die Auswirkungen auf die "Majors", die großen etablierten Musikverlage, positiv ein. Durch das Napster-Urteil seien sie in ihrer Position gestärkt. Die großen Musikverlage arbeiteten nun daran, selbst Kataloge in das Internet einzustellen.

"Es gibt jedoch noch keine Software, mit der sichergestellt ist, dass pro verkaufter Titel die Urheber Tantiemen bekommen", sagte Tilmann. Solange es noch kein Format für kopiergeschützte Dateien und damit einen industrieweiten Standard gebe, würden sich die großen Musikverlage nicht zusammenschließen, sagte Tilmann.

Für IT-Unternehmen, die Lösungen für den Zugang und das kostenpflichtige Herunterladen von Musik-Dateien anbieten könnten, stellte Tilmann eine günstige Prognose.

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