Günstige Standorte in Deutschland werden rar
Windkraft-Aktien brauchen Wachstum

Wind und Wetter kann man nie exakt vorausberechnen. Das hat jetzt der Windparkprojektierer Energiekontor zu spüren bekommen, denn in dreien der von Energiekontor errichteten Parks hinken die Erträge hinter den Prognosen her.

DÜSSELDORF. Die Firma verhandelt nun mit den Investoren über den Rückkauf der Beteiligungen. Von 364 Investoren, die sich an den drei Windparks finanziell beteiligt haben, bemängeln lautEnergiekontor 25 die geringere Rendite. Man sei von einer Renditeprognose von acht bis zehn Prozent ausgegangen. Nun sei klar, dass gerade mal die Hälfte erreicht werde. Dem Aktienkurs der am Neuen Markt notierten Papiere taten die Spekulationen nicht gut. Die Aktie verlor zeitweise fast 20 Prozent und notiert derzeit bei rund neun Euro.

Die Titel der anderen Windparkprojektierer wie Plambeck Neue Energien, Umweltkontor und P&T Technology litten ebenfalls. Ein Rückkauf der Anlagen durchEnergiekontor, teilweise oder ganz, wäre ein gute Lösung, sind sich die Branchenanalysten einig. "Dass ein Unternehmen sich in dieser Form für seine Anleger einsetzt und so Vertrauen aufbaut, ist sehr positiv zu sehen und könnte in der Branche einen neuen Standard setzen", sagt Alexander Kachler vom Bankhaus Merck Finck.

Das Problem sind auch nicht zu hohe Windprognosen, sondern das Wachstum. Um Gewinne zu machen, müssen die Projektierer weiter wachsen. Und das wird schwierig, da der Platz an Land für weitere Windparks sehr begrenzt ist, zumindest in Deutschland. Entweder müssen sie ins Ausland expandieren oder aufs Meer ausweichen und so genannte Offshore-Anlagen bauen. Burkhard Sawazki, Analyst bei HSBCTrinkaus &Burckhardt sieht die Zukunft von Energiekontor aber optimistisch. Das Unternehmen sei von allen Windparkbetreibern im Ausland am besten aufgestellt. Er und sein Kollege Kachler raten dazu, die Aktie zu kaufen. Sein Kursziel: 17 Euro.

In Deutschland gibt es nur begrenztes Potenzial

"Der Auslandsmarkt ist wichtig, da in Deutschland nur noch ein begrenztes Wachstumspotenzial besteht", sagt Sawazki. Energiekontor betreibt Projekte in Griechenland, Spanien und Portugal. Auch die Konkurrenz plant die Expansion ins Ausland: P&T Technology will vor der polnischen Küste einen Park bauen, Umweltkontor beteiligt sich an einer Anlage in Spanien.

Da Plambeck im Ausland noch nicht so präsent ist, rät Analyst Sawazki die Aktie zu reduzieren, bei P&T Technolgy gibt Sal. Oppenheim eine Kaufempfehlung, ABNAmro empfiehlt, Umweltkontor zu verkaufen. Die Aktie von Energiekontor ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 19 Euro die günstigste, Konkurrent Plambeck liegt bei circa 25 und P&T Technology bei rund 26.

Die zweite Wachstumsalternative sind Offshore-Windparks. Die Bundesregierung will in den nächsten drei Jahrzehnten durch den Bau von Offshore-Anlagen in Nord- und Ostsee den Anteil der Windenergie am Stromverbrauch um einViertel erhöhen; heute liegt er bei drei Prozent. Zur Zeit liegen nach Angaben der Bundesregierung 29 Anträge für Offshore-Parks vor. Streit gibt es allerdings noch mit örtlichen Umwelt- und Tourismusverbänden sowie Fischern, die negative Auswirkungen der Parks befürchten.

Wie teuer die Offshore-Windparks letztlich werden und wie viel Strom sie liefern können, ist noch völlig unklar. Es gebe zwar Planrechnungen, sagt Analyst Kachler. "Ähnlich wie die Windprognosen sind aber auch diese mit zahlreichen Unsicherheitsfaktoren verbunden." Die erste Anlage dürfte nicht vor 2005 errichtet werden, schätzt Sawazki.

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