Günstige steuerliche Wirkung
Gewinn der Dresdner Bank bleibt unter Erwartungen

Die Dresdner Bank hat im vierten Quartal im operativen Geschäft einen deutlich höheren Verlust erlitten als von Analysten erwartet.

rtr FRANKFURT. Der Teilverkauf ihres Pakets an der Münchener Rück habe der Bank zwar einen steuerfreien Gewinn von rund 1,5 Mrd. ? beschert, teilte die Bank am Dienstag mit. Doch nach Abzug des Sonderfaktors Münchener Rück berechneten Analysten allein für das vierte Quartal einen Verlust vor Steuern von rund 800 Mill. ?. Im Gesamtjahr wies das Unternehmen einen Gewinn vor Steuern von 1,61 Mrd. ? aus, was einem Rückgang von 24 % zum Vorjahr entspricht. Die Aktie des Geldhauses gab nur kurz nach und lag nachmittags rund ein Prozent im Plus. Die Bank will für 2000 eine Dividende von 0,90 ? pro Aktie zahlen, nach 0,85 ? plus 0,05 ? Bonus 1999.

Analysten zeigten sich vor allem nach den bereits schwächeren Zahlen der anderen Frankfurter Großbanken nicht übermäßig enttäuscht. Sie hatten für Deutschlands drittgrößte Bank beim Vorsteuerergebnis für 2000 mit einem Wert von 1,803 Mrd. ? gerechnet. Das vierte Quartal bezeichneten die Experten durchweg als schwach. Für das vierte Quartal waren die Experten für das operative Geschäft der Bank von einem Verlust ausgegangen und hatten dies unter anderem mit dem schwachen Kapitalmarktumfeld und der erhöhten Risikovorsorge für die Hypothekenbanktochter Deutsche Hyp begründet.

"Im operativen Geschäft hat die Bank rund 800 Mill. ? Verlust gemacht. Das ist mehr als zu befürchten war", sagte ein Analyst. Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin äußerte sich trotz des insgesamt schwachen vierten Quartals wenig überrascht über die Zahlen der Dresdner Bank. "Der Anstieg bei der Risikovorsorge und das niedrige Handelsergebnis im vierten Quartal sind sehr schlecht ausgefallen", sagte er.

Im November hatte die Dresdner Bank ihren Anteil an der Münchener Rück um 2,45 % auf unter fünf Prozent reduziert und dabei 1,56 Mrd. ? erlöst. Davon werde die Bank mit Inkrafttreten der Steuerreform 2002 rund 1,5 Mrd. steuerfrei als Gewinn buchen. Nach Steuern wies die Bank für 2000 einen Gewinn von 1,74 Mrd. ? aus. Dies ist ein Plus von 61 % zum Vorjahr.

Das Handelsergebnis der Bank brach im vierten Quartal um 62 % zum Vorquartal auf 114 Mill. ? ein. Mit einem deutlichen Anstieg der Risikovorsorge für das Gesamtjahr hatten Analysten ebenfalls gerechnet.

Die Bank hatte im November wegen Risiken ihrer Immobilientochter Deutsche Hyp bei Immobilien in Ostdeutschland eine Erhöhung der Risikovorsorge angekündigt. Vorstandssprecher Bernd Fahrholz hatte gesagt, dass die höhere Risikovorsorge das Ergebnis belasten werde, aber keine Angaben über die Höhe der Belastung gemacht. Den Angaben zufolge erhöhte die Bank die Risikovorsorge um 24 % auf 1,59 Milliaren Euro. "Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft war mit 500 Mill. ? durch einmaligen Bewertungsbedarf der Tochtergesellschaft Deutsche Hypothekenbank Frankfurt-Hamburg belastet", teilte die Bank mit.

Die Verwaltungsausgaben stiegen um 17 Prozent



Auch bei den Kosten legte das Finanzhaus im Jahr 2000 deutlich zu. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 17 % auf 7,65 Mrd. ?. Außerdem nannte die Dresdner Bank in Höhe von 480 Mill. ? für Restrukturierungsmaßnahmen. Mit rund 550 Mill. ? hätten Aufwendungen zur Sicherung der Wettbewerbsposition zu Buche geschlagen, die im Zuge der nicht zu Stande gekommenen Fusion mit der Deutschen Bank notwendig geworden seien.

Das Handelsergebnis der Bank stieg im Gesamtjahr um vier Prozent auf 1,33 Mrd. ?. Beim Provisionsüberschuss legte das Finanzinstitut um 25 % auf 4,29 % zu. Der Zinsüberschuss stieg um acht Prozent auf 4,31 Mrd. ?.

Die Aktie der Dresdner Bank reagierte kurzzeitig mit Kursverlusten von über einem Prozent auf die Zahlen. Im Verlauf erholte sie sich jedoch wieder und notierte mit 48,20 ? rund 1,05 % im Plus. Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag zur gleichen Zeit mit gut 0,70 % im Plus.

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