Guerilla-Gruppen kämpfen für Unabhängigkeit von Indien
Neue Gewaltwelle in Kaschmir fordert 15 Tote

Eine neue Welle der Gewalt hat in der indischen Krisenregion Kaschmir am Wochenende mindestens 15 Menschenleben gefordert.

ap JAMMU/SRINAGAR. Am Sonntag wurden sechs Soldaten bei zwei Sprengstoffanschlägen getötet, mindestens 40 erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Neuen Kämpfen zwischen Moslemrebellen und Regierungstruppen fielen am Samstag mindestens neun Menschen zum Opfer. Vier Frauen, darunter eine Ungarin und ihre Tochter, wurden bei einem Granatanschlag verletzt.

Bei den Sprengstoffanschlägen auf zwei Busse in der Ortschaft Kud, 80 Kilometer nördlich von Jammu, wurden am Sonntag fünf Mitarbeiter des Grenzschutzes getötet. Zehn der Verletzten befanden sich in kritischem Zustand, wie Ärzte mitteilten. Wenig später kam bei einer zweiten Explosion ein Soldat ums Leben. Die Busse waren Teil eines Konvois auf dem Weg ins 300 Kilometer nördlich gelegene Srinagar. Die Soldaten sollten dort zum Schutz der Feiern zum indischen Unabhängigkeitstag am Dienstag stationiert werden. Mehrere Guerillagruppen haben zu diesem Anlass Anschläge angekündigt. Die Polizei machte die Kämpfer auch für die Anschläge vom Sonntag verantwortlich, zu denen sich aber zunächst niemand bekannte.

Bei einem Angriff der indischen Streitkräfte auf eine Gruppe von Rebellen in der Ortschaft Pir Bhadesar, 200 Kilometer nordwestlich von Jammu, wurden nach Angaben der Behörden am Samstag sechs Kämpfer und ein Hauptmann getötet. Wie ein Militärsprecher mitteilte, gehörten die Rebellen der in Pakistan ansässigen Moslemorganisation Harkat-ul-Jehad-i-Islami an. Sie seien nach Indien gekommen, um am Unabhängigkeitstag Unruhe zu stiften. In Poonch, 225 Kilometer nordwestlich von Jammu, der Winterhauptstadt des Unionsstaates Jammu-Kaschmir, töteten Soldaten zwei weitere Rebellen. Nähere Einzelheiten wurden dazu nicht bekannt.



Rebellen-Anführer: "Krieg gegen Indien"



Unterdessen forderte der Anführer der größten Rebellengruppe Hezb-ul Mujaheddin Pakistan zum Krieg gegen Indien auf. Ein Krieg könne den Konflikt um die Himalaya-Region beenden, sagte Sayed Salahuddin der Nachrichtenagentur AP in Islamabad. Salahuddin warf den indischen Truppen Menschenrechtsverletzungen gegen die vorwiegend moslemische Zivilbevölkerung der Region vor, darunter Vertreibungen, Folter und Vergewaltigungen.

In Kaschmir kämpfen mehr als ein Dutzend Guerillagruppen für die Unabhängigkeit von Indien. Der Konflikt, bei dem bisher mehr als 25 000 Menschen getötet wurden, geht auf die Teilung der Region 1947 zurück, als die britische Kolonialmacht die Staaten Indien und Pakistan gründete. Seitdem haben die beiden Länder drei Kriege geführt, zwei davon um die Himalaya-Region.

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