Archiv
Guerrero rettet Bayern die Herbstmeisterschaft

Edel-Joker Paolo Guerreo hat Bayern München mit seinem späten Ausgleichstor ein glückliches Unentschieden gegen den VfB Stuttgart und damit gleichzeitig die 14. Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga gerettet.

dpa MÜNCHEN. Edel-Joker Paolo Guerreo hat Bayern München mit seinem späten Ausgleichstor ein glückliches Unentschieden gegen den VfB Stuttgart und damit gleichzeitig die 14. Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga gerettet.

Der 20 Jahre alte Peruaner erzielte in der 89. Minute mit seinem fünften Saisontor das 2:2 (1:2) im Spitzenspiel gegen den VfB Stuttgart, der durch Silvio Meißner (29.) und Kevin Kuranyi (65.), der nach einem schweren Fehler von Nationaltorhüter Oliver Kahn erfolgreich war, mit 2:0 geführt hatte. Claudio Pizarro leitete vor 63 000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion die Aufholjagd der Bayern mit seinem Anschlusstreffer ein (67.).

"Als Herbstmeister muss man zufrieden sein, aber nicht mit dem heutigen Spiel. Wir waren nicht die bessere Mannschaft, sondern der VfB", erklärte Bayern-Trainer Felix Magath, der neben Guerrero dem SC Freiburg für sein 1:1 gegen Schalke Dank zollte. Die Herbstmeisterschaft ist ein gutes Omen für den FC Bayern: In elf der vorangegangenen 13 Male holten sie am Saisonende auch den Titel. Mit 34 Zählern gehen sie punktgleich mit Schalke 04 in die Rückrunde, der VfB liegt drei Punkte zurück. Werder Bremen gelang es zuletzt in der Saison 1992/93, die Bayern als Herbstmeister in der Rückrunde noch von der Spitzenposition zu verdrängen.

Die Stuttgarter wollten im Olympiastadion unbedingt besser auftreten als beim desaströsen 0:3 im DFB-Pokal-Achtelfinale vor einem Monat. Das Vorhaben gelang. "Wir haben gut gefightet und gut gespielt", freute sich Trainer Matthias Sammer. Nach dem Ausfall von Kapitän Zwonimir Soldo (Muskelfaserriss) und Fernando Meira (Rückenprobleme) hatte er ein neues taktisches System ausgetüftelt, das sich als Volltreffer herausstellte. In der Abwehr bot der VfB - Coach eine Dreierkette mit Stranzl, Babbel und Delpierre auf und verstärkte das Mittelfeld mit den etatmäßigen Außenverteidigern Hinkel und Lahm. "Wichtiger als Taktik und Aufstellung war aber, dass die Mannschaft deutlich aggressiver als im Pokalspiel war", bemerkte Sammer.

Die Bayern kamen überhaupt nicht ins Spiel, während die Schwaben auch nach vorne entschlossen agierten. Belohnt wurden die Bemühungen durch das Führungstor von Meißner, der nach einem Eckball von Hleb den Ball über die Linie beförderte. Die Münchner fanden dagegen nie zu ihrem Spiel und hatten nur zwei torgefährliche Szenen durch Roy Makaay (24.) und einen Freistoß von Owen Hargreves (41.).

"Die Bayern müssen mindestens zwei Gänge zulegen", meinte Franz Beckenbauer zur Pause. Die Münchner drängten auch, aber der VfB konterte gefährlich. Kuranyi vergab jedoch zwei gute Chancen (49./59.). Bei seiner dritten Chance machte es der Nationalstürmer besser, allerdings mit großer Mithilfe von Kahn. Der Nationaltorhüter ließ einen Schuss von Cacau vor die Füße von Kuranyi prallen, der die "Vorlage" dankbar annahm und sein achtes Saisontor erzielte.

Die Bayern schienen geschlagen, aber sie schlugen durch Pizarro schnell zurück. In der hektischen Schlussphase kassierte Michael Ballack, der mit Kuranyi aneinander geriet, die fünfte Gelbe Karte und ist damit im ersten Rückrundenspiel am 21. Januar gegen den Hamburger SV gesperrt. Als das Spiel schon verloren schien für die Bayern, staubte Guerrero ab, nachdem VfB-Schlussmann Timo Hildebrand einen Ballack-Kopfball mit einem Reflex nur vor die Füße des jungen Bayern-Stürmers abwehren konnte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%