Güterverkehr nach Terroranschlägen geschrumpft
Logistikbranche setzt auf IT

Die Logistikbranche verspricht sich Wachstum vor allem über die Möglichkeiten der Informationstechnologien (IT). "Logistik ist heute ohne exzellente IT nicht mehr denkbar" sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesvereinigung Logistik (BVL), Peer Witten, am Mittwoch in Berlin bei der Eröffnung des Deutschen Logistik-Kongresses.

ddp BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) rief die Unternehmen der Branche auf, ihren Beitrag zu einer integrierten Verkehrspolitik zu leisten. Die Terroranschläge des 11. September haben viele Firmen bei der Logistik zum Umdenken gezwungen.

Deutsche Firmen vergrößern aus Vorsichtsgründen ihre Lagerbestände, sagte der BVL-Vorstandsvize Frank Straube. Ziel sei es, dass Risiko von Produktionsausfällen zu verringern. Zugleich seien die Unternehmen auf der Suche nach zusätzlichen Lieferanten, um weniger abhängig von einzelnen Firmen zu sein. Das deutsche Transportgewerbe als ein Teil der Logistikbranche verspüre seit September einen deutlichen Auftragsrückgang, betonte Straube. Der Güterverkehr sei um acht Prozent geschrumpft.

Für die gesamte Logistikbranche bleibt Straube aber optimistisch. Sie "wächst auch bei sinkendem Transportaufkommen", sagte er. Zwar dürften die gesamten Logistikkosten aller deutschen Unternehmen mit derzeit 800 Mrd. ? auch in den kommenden vier Jahren konstant bleiben. Da viele Firmen ihre Logistik an Spezialisten ausgliedern, dürfte deren Anteil an den gesamten Logistikkosten von bisher 30 % bis 2005 auf 42 % ansteigen. Wachstumsmotor werde die elektronische Logistik sein, deren Umsätze innerhalb der nächsten vier Jahre von bisher 60 Mrd. ? auf 120 bis 140 Mrd. ? steigen dürften, prognostizierte Straube.

Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff prophezeite, die größte Veränderung für die Logistikbranche liege in den virtuellen Marktplätzen der Firmen (B2B), die die gesamte Wertschöpfungskette von der Informationsbeschaffung über Warenbestellung bis zur Lieferung aufbrechen würden.

Bundeswirtschaftsminister Müller sagte, ein verstärkter Logistikeinsatz könne zur Bündelung von Transport führen und so die Verkehrswege entlasten. Zugleich stellte er fest, die logistischen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien sorgten mit dafür, dass der Güterverkehr stärker steige als die Wirtschaftsleistung. Die hierfür erforderlichen Reformen bringe die Bundesregierung auf den Weg, sagte Müller. Er nannte als Beispiele die Stärkung des Wettbewerbs auf der Schiene, die Einführung der streckenbezogenen Lkw-Maut und den Aufbau einer Finanzierungsgesellschaft für Verkehrsinfrastruktur.

Der BVL sieht die geplante Maut für Lkw dagegen skeptisch. Sie werde "nicht verkehrsentlastend wirken", sagte Straube. Der Verbandsvizechef forderte die Bundesregierung auf, logistische Lösungen voranzutreiben.

Den Deutschen Logistik-Preis 2001 erhielt der Apotheken-Zulieferer Andreae Zahn-Noris AG (ANZAG). Damit werde die perfekte logistische Organisation des Unternehmens im Bereich Health-Care gewürdigt, begründete der BVL die Entscheidung. Das Unternehmen könne dank seiner Logistik mehr als 400 000 Artikel an allein 11 000 Apotheken rund um die Uhr minutengenau liefern.

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