Güterverkehr soll durch Kooperationen auf europäischer Ebene optimiert werden
Deutsche Bahn und SNCF gründen gemeinsame Güterverkehrstochter

dpa HANNOVER. Die Deutsche Bahn AG und ihr französischer Partner SNCF wollen den Güterverkehr auf der Schiene voranbringen. Eine gemeinsame Tochtergesellschaft soll künftig die Transporte beider Unternehmen koordinieren. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und sein SNCF-Kollege Louis Gallois unterzeichneten am Freitag am Rande der Expo in Sarstedt bei Hannover eine entsprechende Erklärung. Die Gesellschaft mit Sitz in Paris soll im Oktober starten.

Deutsche Bahn AG und SNCF räumten ein, dass ihre Marktanteile beim Schienengüterverkehr von 16 und etwa 18 % unbefriedigend seien. Mit der Zusammenarbeit soll der Gütertransport verbessert werden, damit internationale Güterzüge Grenzen zuverlässiger und schneller passieren können, sagte Mehdorn. Sein Kollege Gallois sagte, mit leistungsfähigen Angeboten werde sich die Bahn in Europa als Gütertransporteur durchsetzen.

Der Güterverkehr per Schiene steht unter starkem Wettbewerbsdruck. So musste die DB Cargo AG 1999 leichte Einbußen hinnehmen: Die Transportmenge sank um 3,3 % auf rund 280 Mill. Tonnen. 6 500 Güterzüge gehen täglich für das Unternehmen auf Fahrt. Der gesamtdeutsche Güterverkehr hat nach dem Rückgang von sechs Prozent im Jahr 1999 den Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden zufolge im ersten Quartal 2000 wieder um 5,2 % zugelegt auf 74,4 Mill..

Auf heftigen Widerspruch stieß bei Bahn Mehdorn-Chef eine am Freitag bekannt gewordene Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Die von der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" veröffentlichte BDI-Umfrage bei 126 Unternehmen stellt der Bahn ein insgesamt schlechtes Zeugnis aus und fordert mehr Wettbewerb auf der Schiene.

Der BDI beziehe damit einseitig Position als Lobbyist des Straßengüterverkehrs, sagte Mehdorn der dpa. Der BDI-Vorstoß sei von der Form der Umfrage und vom Inhalt her unverständlich und sachlich nicht gerechtfertigt. "186 Bahnverbindungen sind frei". Es gebe also Wettbewerb. "Allerdings muss jeder auf dem Gleis auch das bezahlen, was er nutzt. Wir sind keine Gratis-Autobahn für den Schienengüterverkehr." Die Deutsche Bahn AG habe überhaupt keine Einwände gegen eine von der Politik verordnete Regulierungsbehörde.

Die Deutsche Bahn AG sei dabei, ihren Güterverkehr auf europäischer Ebene zu optimieren, wie durch die Kooperationen mit SNCF und anderen Partnern. Die vom BDI geforderte Trennung der Verantwortung für das Schienennetz und dessen Betrieb führe in die falsche Richtung.

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