Güterverkehr wird besonders wachsen
Bodewig: EU-Erweiterung belastet Infrastruktur

Der Verkehr auf deutschen Straßen wird mit der EU-Osterweiterung erheblich zunehmen. Bis 2015 werde mit einem Wachstum allein des Güterverkehrs auf allen Wegen um mehr als 60 % gerechnet, sagte Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) am Montag auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt. Ein Großteil davon werde auf die Straße entfallen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der Personenverkehr werde um 20 % ansteigen. "Wir müssen mehr Verkehr so gestalten, dass er weniger Probleme verursacht", betonte Bodewig bei dem Symposium "Infrastrukturpolitik in der Mitte Europas". Deutschland sei mit der Wiedervereinigung, der Öffnung Osteuropas und dem Aufbau des europäischen Binnenmarktes zum Haupttransitland in Europa geworden. Eine immense Belastung der Verkehrswege sei die Folge.

Straßen, Schiene, Wasserwege und Luftraum müssten zu einem integrierten Verkehrssystem zusammengefasst werden, sagte der Minister. Nur so sei in Zukunft Mobilität trotz höherer Belastung zu gewährleisten. Bodewig kam gut eine Stunde zu spät, da er auf der Autobahn nach einem Unfall im Stau stand.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand vor allem die Finanzierung des Ausbaus der Verkehrswege. Bodewig bekräftigte die Absicht, 2003 eine LKW-Maut einzuführen. Ein Lastwagen von 40  Tonnen belaste die Straße bis zu 60 000 mal mehr als ein Personenwagen. Der Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, betonte, die Mittel aus der LKW-Maut müssten auch für die Straßen ausgegeben werden. Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie sprach sich für eine stärkere Einbindung privater Investoren aus.

In Mitteleuropa müssten in den kommenden zehn Jahren mindestens 186  Mrd.  DM in den Ausbau von Verkehrswegen investiert werden, sagte Wolfgang Roth von der Europäischen Investitionsbank. Sonst könnten dort "katastrophale Verhältnisse" entstehen, da der Verkehr deutlich ansteige. Gesprächsteilnehmer zweifelten das Ziel der Bundesregierung an, den Güterverkehr auf der Schiene in 15 Jahren zu verdoppeln. Derzeit würden ausländische LKW auf deutschen Straßen mehr transportieren als die Bahn.

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