„Gummi-Gegner“ protestieren
12 000 Kondome liegen im Dorf bereit

Sex soll in Salt Lake City nicht zur achten olympischen Sportart werden. Eine Gruppe christlicher Aktivisten hat deshalb beim Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele (SLOC) gegen die kostenlose Verteilung von Kondomen im Olympischen Dorf protestiert.

dpa SALT LAKE CITY. In der Athleten-Hauptstadt sind 12 000 Präservative eingelagert, die jeder Sportler an Erste-Hilfe-Stationen kostenlos erhalten kann.

Generation Life, eine Gruppe von College-Studenten und Künstlern aus Boise (US-Bundesstaat Idaho), ist strikt gegen die Gummi- Geschenke. "Die Organisatoren sollten die Gelegenheit nutzen, Werte wie den Geist von Einheit und Sportkameradschaft zu demonstrieren, aber nicht Sex zum Spaß - nicht einmal safer sex", meint Brandi Swindell, die Chefin von Generation Life und fragt die Olympia- Macher besorgt: "Wo sind eigentlich ihre Prioritäten?"

Schon bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 waren Kondome im Dorf der große Renner. Die Lieferanten kamen mit dem Nachschub kaum nach. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) überlässt es den Organisatoren, ob "Verhüterli" im Dorf zum Angebot gehören. "Wir betrachten das als gute Praxis für die öffentliche Gesundheit", erklärt SLOC-Sprecherin Caroline Shaw. Rund 3500 Sportler, Trainer und Offizielle aus über 80 Nationen - Männer und Frauen - werden während der Winterspiele im Dorf wohnen.

Für Brandi Swindell bieten Kondome nur ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. "Sie sind eben nicht hundertprozentig zuverlässig", sagt die 28-jährige Aktivistin. "Und einige Athleten sind noch nicht einmal 18 Jahre alt." Mit 40 bis 50 Demonstranten will Generation Life während der Spiele auf sein Anliegen aufmerksam machen. Zur ersten "Protestveranstaltung" kamen allerdings nur zwei Leute.

Adam Glickman hofft dagegen, dass die Olympia-Teilnehmer regen Gebrauch von dem Angebot machen. "Sagt mir rechtzeitig, wenn im Olympischen Dorf die Kondome ausgehen - ich werde sofort eine ganze Ladung schicken", verspricht der Chef von "Condomia" in Los Angeles und preist seine Ware an: "Wir haben die Dinger sogar in rot, weiß und blau."

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