Gutachten soll Schuldfähigkeit des Jugendlichen ermitteln
17-Jähriger: Mord nach Horrorfilm "nicht schlimm"

Das Verhalten eines Schülers, der nach dem Muster des Horrorfilms "Scream" ein 15 Jahre altes Mädchen erstochen hat, hat in Frankreich Entsetzen ausgelöst. Anscheinend habe er Schwierigkeiten, Fiktion und Realität zu trennen, meinte ein Psychologe.

dpa NANTES. "Das ist doch nicht schlimm, man braucht doch nur den Film zurückzuspulen", sagte der 17-Jährige nach der Bluttat in Nantes, wie die französische Tageszeitung "Le Parisien" am Donnerstag berichtete.

Ein psychiatrisches Gutachten soll die Schuldfähigkeit des Jugendlichen ermitteln, der aus gutem Elternhaus stammt und bisher nicht aufgefallen war. Ihm droht wegen der Mordtat eine lebenslange Haftstrafe. Er sei zur Tatzeit "vermutlich krank" gewesen und habe noch nicht begriffen, was er getan habe, sagte ein Psychiater.

Auch die entsetzten Eltern sind ratlos. "Es gab nie ein Warnsignal für eine solche Wahnsinnstat", sagte sein Vater. Die Anwältin des 17- Jährigen sagte, er habe "ein Szenario der Mordtat" entworfen. "Ursprünglich wollte er so viele Menschen wie möglich töten, um anschließend selbst umgebracht zu werden", sagte sie.

Der Jugendliche hatte am Montag eine Klassenkameradin beim Spaziergang mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt. Er habe vor zwei Wochen den Horrorfilm "Scream" gesehen und daraufhin beschlossen, jemanden zu töten, hatte er nach der Tat der Polizei erklärt. In dem Film von Wes Craven werden Studenten von maskierten Kommilitonen verfolgt und mit Messern erstochen.

Es ist nicht das erste Mal, das "Scream" im Zusammenhang mit einem Verbrechen in die Schlagzeilen geraten ist. Im Fall der ermordeten Vanessa aus Gersthofen bei Augsburg soll sich ein 19-Jähriger bei der Tat am Faschingsdienstag mit schwarzem Umhang, Handschuhen und einer Totenkopfmaske verkleidet haben - eine Szene, wie sie etwa auch im Film vorkommt. In Los Angeles wurde 1999 ein 17-Jähriger, der nach dem Muster des Horrorfilms seine Mutter erstochen hatte, zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.

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