Gute Aussichten für die Versteigerung
Swisscom wählt Vodafone als Mobilfunk-Partner

Vor der am Montag in der Schweiz beginnenden UMTS-Auktion steigt der britische Konzern Vodafone mit 25 Prozent an der Konzerntochter Swisscom Mobile AG ein.

Reuters BERN. Der Schweizer Telekommunikationskonzern Swisscom will für 4,5 Mrd. sfr eine 25-prozentige Beteiligung an seiner Tochterfirma Swisscom Mobile AG an den britischen Mobilfunk-Konzern Vodafone verkaufen. Im Hinblick auf UMTS, das Mobilfunksystem der dritten Generation, sichere sich Swisscom durch diesen Schritt eine strategische Partnerschaft mit dem europäischen Marktführer in der Mobilkommunikation, erklärte Swisscom am Mittwoch weiter. Vodafone war bisher in der Schweiz nicht vertreten.

Am kommenden Montag beginnt in der Schweiz die Versteigerung von vier UMTS-Lizenzen, und Swisscom kann mit dem Partner Vodafone und den in Aussicht stehenden Erlösen aus dem Beteiligungsverkauf in die Versteigerung gehen.

Die deutsche Swisscom-Tochter Debitel werde stärker mit der Vodafone-Tochter D2 Mannesmann zusammen arbeiten und erhalte Zugang zum UMTS-Netz. Debitel war bei der deutschen UMTS-Auktion nicht zum Zuge gekommen.

In der Schweiz sichere die Zusammenarbeit mit Vodafone "unser künftiges Wachstum im hart umkämpften Schweizer Mobilkommunikationsmarkt", wurde Swisscom-Verwaltungsratspräsident Markus Rauh in der gemeinsamen Mitteilung von Swisscom und Vodafone zitiert. Mit Hilfe von Vodafone erhalte Swisscom ein pan-europäisches Roaming für UMTS, den Zugang zu Mehrwertdiensten und könne an der Entwicklung neuer UMTS-Produkte teilnehmen.



Schweizer Regierung gab bereits Zustimmung

Die Beteiligung an Swisscom Mobile solle am 30. März 2001 übertragen werden. Zuvor muss die Mobile-Gesellschaft rechtlich noch gegründet werden. Dies solle im Zuge der im August beschlossenen Holdingstruktur für Swisscom geschehen.

Die Schweizer Regierung (Bundesrat) mit 65 % bestimmender Mehrheitsaktionär der Swisscom, segnete die Pläne am Mittwoch ab.

Der Kaufpreis soll in zwei Schritten in Vodafone-Aktien und/oder in bar entrichtet werden. Die zweite Tranche von 2,3 Mrd. sfr werde innerhalb von zwölf Monaten nach Abschluss der Transaktion fällig. Der Preis basiere auf einem Unternehmenswert der Swisscom Mobile von 18,5 Mrd. sfr und einer Nettoverschuldung von 500 Mill. sfr. Die Investmentbanken JP Morgan für Swisscom und UBS Warburg für Vodafone organisierten den Angaben zufolge das Geschäft.

Die Transaktion sei an die Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörde und daran gebunden, dass Swisscom bei der Versteigerung auch eine UMTS-Lizenz erhält, hiess es weiter.

Mit dem Erlös aus der Transaktion mit Vodafone will Swisscom in die Wachstumsgebiete des Kerngeschäfts - vor allem UMTS - investieren. Es sollten Schulden abgebaut werden und zudem prüfe Swisscom einen Aktienrückkauf, hiess es weiter.

Die Aktie der Swisscom, die im vorbörslichen Handel noch rund vier Prozent höher gehandelt wurde, notierte im frühen Geschäft 4,50 sfr tiefer auf 459,50 sfr.

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