Gute Chancen, dass Geschädigte zustimmen
Halliburton vor Einigung bei Asbest-Sammelklagen

Der amerikanische Ölfeldausrüster will vier Milliarden Dollar zahlen, um die KIagen beizulegen. Dieser Schritt könnte Signalwirkung für andere Unternehmen haben.

kk NEW YORK. Das amerikanische Energie-Unternehmen Halliburton hat sich mit den Anwälten der Kläger auf eine Beilegung der Asbestklagen geeinigt. Der große amerikanische Ölfeldausrüster mit Sitz in Dallas im Bundesstaat Texas sagte am Mittwoch, dass er insgesamt mehr als 4 Mrd. $ zahlen wird, um mehr als 300 000 Asbest-Klagen beizulegen.

2,8 Mrd. $ will das Unternehmen in Cash zahlen. Hinzu kommen 59,5 Millionen Haliburton-Aktien mit einem Wert von 1,2 Mrd. $. Außerdem will Halliburton den Geschädigten Schuldscheine im Wert von weniger als 100 Mill. $ geben. Mit dem Vergleich würde Halliburton sämtliche existierenden und zukünftigen Asbest-Schadensersatzforderungen abgelten.

Für Halliburton ist die Einigung ein wichtiger Schritt, der auch Signalwirkung für andere Unternehmen haben wird. Asbest wurde in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Produkten verwendet. Heute sind jedoch die gesundheitlichen Folgen von Asbest bekannt, die zu Krebs und anderen schweren Lungenerkrankungen führen können. Zahlreiche Unternehmen leiden derzeit unter den enormen Schadensersatzforderungen von Asbestgeschädigten.

Die Klagewelle hat Dutzende amerikanischer Firmen bereits in den Konkurs getrieben. Experten schätzen, dass die Asbest-Prozesse die US-Unternehmen und die Versicherungen in den kommenden Jahrzehnten bis zu 200 Mrd. $ kosten kann.

"Wenn dieses Abkommen vollendet ist, wird es ein wichtiges Problem lösen, das unsere Zukunft bisher verdunkelt hat", sagte Dave Lesar, der Chairman und Vorstandsvorsitzende von Halliburton. Halliburton hat sich die Probleme vor allem mit der Übernahme des Unternehmens Dresser Industries Inc. für 7,7 Mrd. $ vor vier Jahren ins Haus geholt. Der Kauf war von Dick Cheney, dem heutigen Vize-Präsidenten vorangetrieben worden.

Die Einigung muss noch immer in den Einzelheiten abgestimmt werden. Außerdem müssen die Asbestgeschädigten, der Aufsichtsrat und das Gericht noch dem Restrukturierungsplan des Unternehmens zustimmen. Die Chancen, dass die Geschädigten zustimmen, werden jedoch positiv eingeschätzt, da Halliburton die Einigung mit Anwälten verhandelt hat, die mehr als 75 % der Kläger vertreten.

Die Einigung ist Teil des Antrags auf Gläubigerschutz für die Halliburton-Töchter DII Industries und Kellog, Brown & Root (KBR). Sie sollen Konkursanträge im Rahmen des Chapter 11 des US-Konkursrechtes stellen. Mitarbeiter, Kunden, Gläubiger und Lieferanten würden nicht betroffen. Halliburton selbst, Halliburton Energy Services, Landmark Graphics und die meisten anderen Halliburton-Töchter sowie bestimmte DII- und KBR-Töchter und die Auslandsoperationen von KBR werden keine Konkursanträge stellen.

Die Halliburton-Aktien sind am Mittwoch nach einer kurzen Handelsunterbrechung um mehr als 3 % gefallen. Halliburton hat einen Jahresumsatz von 13 Mrd. $ und beschäftigt 82 000 Mitarbeiter

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