Gute Chancen für Finanzaktien
Ausschau nach attraktiven Aktien

Der nun weit fortgeschrittene Zinssenkungszyklus in den USA dürfte allmählich das Ende der schwachen internationalen Börsenphase bedeuten, meinen viele Bankanalysten. Daher lohne es langsam wieder, nach interessanten Aktien Ausschau zu halten.

rez/abk/pga/HB FRANKFURT/M. Während sich Aktienexperten über Kurschancen bei Finanzwerten einig sind, klaffen ihre Ansichten über Technologie- und Telekomaktien auseinander. Spätestens Anfang 2002 dürften die US-amerikanischen und europäischen Aktienmärkte aus der Talsohle kommen, meinen Analysten vieler internationaler Banken.

Für Andreas Utermann, Leiter Aktieninvestment bei Merrill Lynch Investment Managers, deuten mehrere Faktoren darauf hin: Die rapide zunehmende Liquidität, der fortgeschrittene Zinssenkungszyklus in den USA und die wieder zaghaft steigende Gewinn- und Wachstumserwartungen in den USA wiesen darauf hin, dass eine Erholung der internationalen Aktienmärkte zum Jahreswechsel möglich sei. Allerdings dürften Anleger nicht mehr darauf zählen, dass wie in den vergangenen Jahren sinkende Inflationsraten die Aktienkursbewertung begünstigen, sagte Utermann in Frankfurt. Künftig bildeten, mittelfristig bis 10 % erwartete, Gewinnzuwächse der Firmen allein die Basis für moderat steigende Kurse.

Mit Finanztiteln können Investoren nach Analystenansicht nicht viel falsch machen: Von sinkenden Zinsen und dem Geschäft mit der privaten Altersvorsorge dürften vor allem europäische Banken und Versicherungen profitieren. Zu den Toptiteln in einem von Utermann gemanagten Europa-Fonds gehört UBS. Die Deutsche Bank rät zu BNP Paribas, ING und Münchener Rück. Letzere gefällt auch der Dresdner Bank. HSBC mag Axa und UBS.

Gute Prognosen für Grundstoffindustrie- und Konsumwerte

Viele Analysten setzen auf konjunktursensible Zykliker. Grundstoffindustrie- und Konsumwerte dürften laut Merrill Lynch zu den frühen Gewinnern einer Erholung gehören. Die Deutsche Bank nennt BASF, Peugeot, Elsevier, Siemens. Dresdner gefallen Renault, Rio Tinto und Schering.

Bei Technologietiteln scheiden sich die Geister: Goldman-Sachs - Analystin Abby Cohen stuft Titel wie IBM dank sicherer Gewinnprognosen und Sun wegen eines niedrigen Kurs-Umsatz-Verhältnisses "längst wieder als Kauf" ein. Auch HSBC setzen auf Software-Titel. Hypo Vereinsbank hält Epcos, SAP, Nokia und Siemens für attraktiv. Utermann sind dagegen IT-Werte noch "zu heiß". Bald kaufen will er dagegen die gebeutelten Halbleiter-Werte, bevor die Titel im frühen Stadium einer Erholung wieder empor geschossen seien. Außerdem gehören für ihn Aktien aus Emerging Markets wie Lateinamerika und Fernost zu Zyklikern, da sie stark von einer steigenden Liquidität am Markt profitierten. Attraktive Frühzykliker findet er auch in Japan.

Konträr sind die Ansichten zu Telekom-Aktien: Während etwa Dresdner Bank die Deutsche Telekom für unterbewertet hält, lässt Merrill Lynch wegen der Finanzierungsprobleme die Finger davon.

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